Aus für Wigginghaus

25.10.2006

„Die „jüngste“ Personalentscheidung der neuen Ratsmehrheit von CDU und Bündnis 90/Die Grünen kommt für die FDP nicht überraschend“, so Fraktionschef Hartwig Fischer; „denn hinter vorgehaltener Hand war es schon seit längerer Zeit erklärtes Ziel der Christdemokraten, den Vertrag mit Dr. Klaus Wigginghaus, dem 1. Beigeordneten der Stadt, nach Ablauf der Amtszeit auf keinen Fall zu verlängern. „Wir haben diese Entscheidung zur Kenntnis zu nehmen!, so Fischer weiter, „obwohl wir einer Vertragsverlängerung von zwei Jahren bis zum 65. Lebensjahr zustimmen würden“. 

 

Keinen Zweifel an der Kompetenz von Wigginghaus lassen die Liberalen bei den Finanzen der Stadt, auch wenn die FDP mit dem Kämmerer bei der Verabschiedung der Haushalte nicht immer einer Meinung waren. Im Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen wie die Eröffnungsbilanz zum Neuen Kommunalen Finanzmanagement (NKF) und dem bevorstehenden Theaterprojekt mit einem Investitionsvolumen von über 20 Mio. € - dem größten Bauvorhaben in den nächsten Jahren – hätte die FDP gern Dr. Wigginghaus weiter in der Verantwortung gesehen.

 

„Nicht auf einer Wellenlinie mit dem Beigeordneten sind wir beim Klinikum“, so Ratskollege Dr. Wolfgang Büscher. Obwohl es beim Krankenhaus immer eindeutige Mehrheiten gab, sehen die Liberalen die Zukunft des Klinikums auf Dauer nicht als gesichert an. Und auch eine Umwandlung in eine gGmbH wird daran nichts ändern. Hier hätten wir uns von Dr. Wigginghaus mehr Engagement gewünscht.

 

Aus den genannten Gründen hätte die Gütersloher FDP einer Vertragsverlängerung von Wigginghaus für 2 Jahre zugestimmt, zumal auf Vorschlag der FDP alle Fraktionen nach dem Weggang von Ansgar Wimmer einer Verringerung der Dezernate widersprochen haben.

 

In diesem Zusammenhang erinnert die FDP an eine andere pikante Personalentscheidung von 1999: Damals haben SPD und Grüne das Angebot des ehemaligen Stadtdirektors Dr. Gerd Wixforth abgelehnt, über die Pensionsgrenze hinaus für 7 Monate bis zur Kommunalwahl im Amt zu bleiben.

Heute sind Bündnis 90/Die Grünen wieder einmal Mehrheitsbeschaffer – diesmal aber für die CDU.