SeniorenRAT statt Seniorenbeirat

13.03.2015

Zu einem munteren Gedankenaustausch hat sich die Gütersloher FDP mit 4 Vertretern des Seniorenbeirates der Stadt getroffen. Disku-tiert wurde anhand des Forderungskatalogs des Seniorenbeirates zu vielen, teilweise umstrittenen Themen, die den Alltag von Senioren erleichtern und verbessern sollen.


Einig war man sich in der Runde über die Ablehnung einer Reaktivierung der TWE-Strecke für den Personennahverkehr. Die Prognosen zu den Fahrgastzahlen sind nicht solide erhoben, nicht nachprüfbar und viel zu hoch angesetzt. Dies bedeutet für die Stadt ein erhebliches finanzielles Risiko, welches zwangsläufig zu einer Ausdünnung bei den bestehenden Buslinien der Stadtwerke führen wird. Gerade Ältere sind besonders auf einen funktionierenden  öffentlichen Personennahverkehr mit  gut erreichbaren Haltestellen angewiesen.

Kontrovers wurde über die Forderung des Seniorenbeirates diskutiert, die Berliner Straße zwischen Strenger- und Kökerstraße als reine Fußgängerzone auszuweisen,  also die bestehenden Ausnahmeregelungen zu bestimmten Zeiten abzuschaffen. Während die Gütersloher Liberalen kein Problem durch den Fahrradverkehr und die teilweise Belieferung der Geschäfte in den frühen Vormittagstunden, abends und an Wochenenden sahen, fordern die Senioren eine reine Fußgängerzone ohne Ausnahmen und eine deutlichere Beschilderung des Radfahrverbotes. Einig war man sich, dass das bestehende Verbot durch vermehrte Kontrollen auch durchgesetzt werden müsse.

Übereinstimmend bemängelte man fehlende Hinweise auf öffentliche Toiletten in der Innenstadt und im Stadtpark. Das Angebot einiger Gütersloher Gastronomen, im Rahmen der „Netten Toilette“ ihre Einrichtungen zur Verfügung zu stellen, sei sehr zu begrüßen. Dieses müsse jedoch besser bekannt gemacht werden, und die Plaketten hierzu müssen größer und somit sichtbarer werden.

Breiten Raum in dem Gespräch nahm auch das Thema „Wohnen im Alter“ ein. Gütersloh ist hier insgesamt gut aufgestellt. Bei den großen Pflegeeinrichtungen besteht sogar ein leichtes Überangebot, auch bei kleineren Wohneinheiten mit Betreuungsangebot ist einiges entstanden. Wachsender Bedarf besteht jedoch bei kleineren, preiswerten  und seniorengerechneten Wohnungen in Innenstadtnähe.

Kritisch sehen die Gütersloher Liberalen die Forderung des Seniorenbeirats nach Rederecht in den Fachausschüssen des Rates. Während die Seniorenvertreter dieses für eine wirksame Vertretung der Interessen der Älteren als unabdingbar ansehen, ist die FDP hier eher skeptisch. Auch andere Interessenvertretungen, wie z. B. Integrationsrat, Jugendparlament, können dann dasselbe Recht einfordern.  Aufgabe der Politik sei es, die unterschiedlichen Interessen gegeneinander abzuwägen und zu einem fairen Ausgleich zu führen. Unterstützung fanden die Seniorenvertreter bei dem Wunsch nach einer Umbenennung des Gremiums in Seniorenrat anstatt Seniorenbeirat.

Ein gelungener Abend mit einer lebendigen Diskussion und gegenseitigem Respekt  und Verständnis für verschiedene Sichtweisen, aber auch zahlreichen Übereinstimmungen. Herzlichen Dank den Vertretern des Seniorenbeirates, deren Darlegungen nicht ohne Einfluss auf die Meinungsbildung der FDP bleiben sollen.