Politiktheater

29.07.2007

Das Jahr geht zu Ende. Was hat es politisch beinhaltet? 

 

Auffällig waren besonders die vielen von der CDU und ihren Bündnisgrünen eingebrachten Ideen für die Verbesserung des Wohnumfeldes in Gütersloh. Man will eine Kunsteisbahn bauen lassen, die Straßen in Avenwedde verbessern, die Papierflut im Rathaus durch das elektronische Versenden der Ratsvorlagen reduzieren, man möchte die Standby-Schaltungen an städtischen Geräten im Sinne der Umwelt ausschalten und man hat die Boule-Bahn am Kolbe-Platz eingeweiht, von der man inzwischen weiß, dass sie nicht läuft. Alles Effekt-Hascherei ! Viele Dinge – wie der elektronische Datenversand sind vor Jahren schon auf den Weg gebracht werden, unter anderem von mir.

 

Wirklich wichtige Dinge sind aber auch passiert. So die endgültige Bestätigung, dass mit der Firma Ehlert eine weiteres Gütersloher Traditionsunternehmen der Stadt den Rücken kehrt und in Verl mit offenen Armen aufgenommen wird. 

 

Dieser Weggang, wir von der FDP haben das schon vor Monaten betrauert, ist eindeutig auf die desolate Gewerbegebietspolitik der Mehrheitsfraktionen von CDU und Grünen zurückzuführen. 

 

Statt den von der Bezirksregierung vorgeschlagenen 100 ha neuer Gewerbegebiete hat man im neuen Flächennutzungsplan (FNP 2020) weniger als 30 ha ausgewiesen und darin sind die 8 ha am Lupinenweg enthalten, die Ehlert zum Expandieren so dringend gebraucht hätte. 

 

Die Stadt-CDU war anfänglich für ein Gewerbegebiet am Lupinenweg, auf Drängen der Spexarder CDU sprach man sich dann dagegen aus. Schließlich erklärten sich die Spexarder Christdemokraten doch mit einer Ausweisung eines Gewerbegebietes am Lupinenweg einverstanden, wohlwissend, dass die Verkaufsbereitschaft der dortigen Landbesitzer gegen Null tendiert. 

Augenwischerei oder Volksverdummung nenne ich das.

 

Was Gütersloh gebraucht, sind zusammenhängende Expansionsflächen, damit florierende Betriebe in unserer Stadt gehalten werden und vielleicht sogar neue angelockt werden können. 

Die FDP-Idee, diese Flächen weiterhin nördlich der Marienfelder Straße vor dem Flughafen auszuweisen, wäre eine zukunftsweisende Entscheidung. 

 

Die Gütersloher CDU wird sich weiter mit Boule- und Kunsteisbahnen beschäftigen, währenddessen führen die Bürgermeister Hermreck aus Verl und Jostkleigrewe aus Rheda-Wiedenbrück zielgerichtete Verkaufsgespräche mit unseren Mittelständlern, was Maria Unger in Gütersloh nicht kann, u. a. weil ihr die Mehrheitsfraktionen im Rat die dazu notwendigen Areale nicht zur Verfügung stellen. 

 

Armes Gütersloh!

 

Dr. Wolfgang Büscher,

für die FDP im Rat und Planungsausschuss der Stadt