Modellschule, wie vorausgesagt, gescheitert

19.11.2012

Wie von der Gütersloher FDP vorausgesagt, ist die Modellschule gescheitert. Bis zum Ende der regulären Anmeldefrist für die Modellschule sind nur 35 Kinder für die 1. Klasse und 52 Kinder für die 5. Klasse angemeldet worden. Damit blieben die Anmeldezahlen deutlich hinter den Vorgaben des Landes von 75 Schülern je Jahrgangsstufe zurück. Mit diesem eindeutigen Votum bestätigen die Eltern die Kritik der Gütersloher FDP an dem Vorhaben. 

Offensichtlich konnte das Konzept trotz des Engagements der Stadtverwaltung die Eltern nicht überzeugen. Nach Auffassung der Gütersloher FDP war es falsch, allein auf Grundlage des vom Schulministerium NRW vorgelegten Eckpunktepapiers eine Entscheidung zu treffen. Viel zu vage blieben darin Lehrinhalte, Notenvergabe, Vergleichbarkeit der Abschlüsse und die leistungsbezogene Differenzierung. Auch die zunächst versprochene Differenzierung in Erweiterungs- und Grundkurse wurde im Eckpunktepapier nicht aufgegriffen. Ohne äußere Differenzierung, die dem Leistungsniveau der Schülerinnen und Schüler entspricht, kann jedoch kein gymnasiales Bildungsniveau vermittelt werden. Ein Wechsel an ein Gymnasium oder an eine Schule mit gymnasialer Oberstufe wäre den Schülerinnen und Schülern fast unmöglich gemacht worden. Zugleich würde die von allen Seiten geforderte individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler ohne eine Differenzierung erschwert. Der von der Landesregierung zusätzlich erzeugte zeitliche Druck für die Anmeldung dürfte ebenfalls viele Eltern abgeschreckt haben.

Neben den konzeptionellen Defiziten dürfte auch die Gefährdung des Grundschulstandortes in Blankenhagen ausschlaggebend gewesen sein. Bis zuletzt kritisierte die Gütersloher FDP, dass die von der rot-grünen Landesregierung aufgezwungene Dreizügigkeit der Grundschule das eigentliche Ziel der Verwaltung – den Erhalt der Schulstandorte – in weite Ferne rücken ließ. Die Gütersloher FDP setzt sich daher für den Erhalt der im Gütersloher Grundschulfrieden vereinbarten Schulstandorte ein, damit für die Schülerinnen und Schüler der Gütersloher Grundschulen auch zukünftig das Motto "Kurze Beine - Kurze Wege" gilt. 

Leider war es dem Schulamt der Stadt seitens der rot-grünen Landesregierung nicht erlaubt, zweigleisig – also z. B. in Richtung der von uns für den Gütersloher Norden präferierten Sekundarschule – zu planen. Für die gefährdeten Schulstandorte ist daher nun ein ganzes Jahr verloren.

Die Gütersloher FDP bittet die Stadtverwaltung – trotz der demotivierenden Erfahrungen mit dem Düsseldorfer Schulministerium – für das Schuljahr 2014/15 im Gütersloher Norden eine Sekundarschule als Alternative zu planen. Die Sekundarschule hat gegenüber der Modellschule u.a. den Vorteil, dass sie durchlässiger ist. Schulwechsel sind an einer Sekundarschule durch eine stärker "genormte" Ausbildung eher möglich.

Eine solche Neuplanung muss von Anfang an die betroffenen Eltern einbeziehen. Reichlich Zeit hat man ja nun dafür.