Gemeinsame Ziele für die Konversion des Flughafens gesucht

27.04.2013

Am 25. April trafen sich die FDP-Ratsfraktionen von Herzebrock-Clarholz, Harsewinkel und Gütersloh zu einer gemeinsamen Sitzung im Restaurant Kevekordes. Die rund 25 FDP-Vertreter und Gäste der drei Nachbarkommunen waren zusammengekommen, um die Chancen und Herausforderungen eines Gewerbegebietes auf dem Flughafengelände an der Marienfelder Straße zu erörtern. Als Experten hat der Herzebrock-Clarholzer Fraktionsvorsitzende Hendrik Menzefricke-Koitz seinen Kollegen Dr. Wolfgang Büscher aus Gütersloh eingeladen. Büscher, der Mitglied des Ausschusses für Städtebau und Landesplanung des Städte und Gemeindebundes NRW ist, führte die Anwesenden in die Entwicklung des Flughafens von 1933 bis heute ein. Dabei plädierte er: „Wir müssen zügig eine Entwicklungsgesellschaft gründen, in der alle drei Nachbarkommunen, aber auch Rheda-Wiedenbrück, Unternehmer und Privatleute Anteilseigner sein können.“ Als Hauptargumente für seine Position sieht Büscher den neuen Landesentwicklungsplan (LEP) und die zu erwartenden Kosten. 

 

Zum einen steht die Entwicklung des Gewerbegebietes im Zeichen der Neugestaltung des LEP, der zur Zeit in Düsseldorf diskutiert wird. Dieser sieht vor, dass der Flächenverbrauch reduziert werden soll, indem zukünftige Gewerbeflächen nicht mehr den Gemeinden, sondern den Kreisen zugeordnet werden. Das heißt, dass Gewerbegebiete nur noch Chancen haben, wenn sich mehrere Kommunen zusammenfinden. Zum anderen geht der Flughafen nach dem Abzug der Briten in den Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) über, die die Säuberung und den Verkauf der Flächen übernimmt. Die BIMA wird das Gelände dann dem Bund, der bereits abgesagt hat, dem Land, das sich noch nicht geäußert hat und zuletzt der Standortkommune anbieten. Die Stadt Gütersloh wird sich nach Büschers Einschätzung aufgrund der Größe, der Altlastenbeseitigung und der weiteren Konversions- und Wohnflächen einen Kauf alleine nicht leisten können. Damit wäre dann eine Chance zur gezielten Entwicklung verpasst.

 

In der Diskussion wurde deutlich, dass die FDP Mitglieder der Gemeinderäte in Herzebrock-Clarholz und Harsewinkel mit dem Vorgehen der Gütersloher Verwaltungsspitze nicht einverstanden sind. „Uns werden hier Ideen und Pläne vorgestellt, die wir erst einmal überdenken müssen“ so Christian Kemper aus Herzebrock-Clarholz. Die von Gütersloh in Anspruch genommene Planungshoheit wurde von den Anwesenden nicht geteilt. Zum Abschluss appellierte Dirk Stockamp aus Gütersloh für ein gemeinsames Vorgehen: „Wir dürfen nicht in ein Kirchturmdenken zurückfallen und dabei kostbare Zeit verlieren. Das schaffen wir nur gemeinsam!“