Nein zur Gründung der gGmbH

17.04.2005

Die FDP hat in der Ratssitzung vom 30.03.07 als einzige Partei gegen die Gündung einer gemeinnützigen GmbH für das städtische Klinikum gestimmt und dies wohlbegründet.

 

Für die FDP macht ein Zusammenschluss mit den kleinen Krankenhäusern in Halle und Versmold, dem obersten Ziel der neuen Organisationsform, keinen Sinn. Einhundertprozentige Eigentümerin bleibt die Stadt, die handelnden Personen bleiben gleich.

 

Für die Stärkung des Krankenhausstandortes Gütersloh macht nur ein Zusammengehen der beiden Akutkrankenhäuser Sinn.

 

Im Umwandlungsverfahren erkannte die FDP ein eklatantes Versagen der verantwortlich handelnden Personen (Krankenhausdezernent, kaufmännischer Direktor und Ausschussvorsitzender).

 

Für die Bürgerinnen und Bürger in Gütersloh zählt in der Krankenhausdiskussion in erster Linie die bestmögliche ärztliche und medizinische Versorgung.

 

Die öffentliche Diskussion ist momentan geprägt vom tiefen Mißtrauen der Chefärzte des Klinikums gegenüber der städtischen Verwaltungsleitung, insbesondere gegenüber dem Krankenhausdezerneten Dr. Wigginghaus. 

Man fühlt sich seitens der Ärzte zu wenig in die Belange des Klinikums eingebunden, nicht ernst genommen.

 

Für mich als Lokalpolitiker sind die Bediensteten des Klinikums diejenigen, die sich tagtäglich abstrampeln, einen guten Job zu machen versuchen bei immer schlechter werdenen Rahmenbedingungen. Das Image eines Krankenhauses wird allein durch seine Leistungen bestimmt. Und gerade hier fehlt es an Unterstützung seitens des Krankenhausdezerneten.

 

Zu Zeiten von Stadtdirektor Dr. Wixforth und dem damaligen Verwaltungsdirekor Hanschmann habe weitaus mehr Vertrauen und Zusamenarbeit geherrscht, so die Ärzte.

 

Für die Kommune als Trägerin des Städtischen Klinikums ist der finanzielle Aspekt möglicherweise wichtiger. Sie muss in Verhandlungen mit den Krankenkassen dafür sorgen, dass die medizinischen Leistungen bezahlbar bleiben. Auch hier ist ein negativer Qualitätssprung erkennbar.

 

Dem entstandenen Krankenhausverbund zwischen dem Klinikum Gütersloh und dem Ev. Krankenhaus Rheda steht die Gütersloher FDP nach wie vor äußerst skeptisch gegenüber, besonders nach Einsicht in die Akten der letzten Jahre. Ein Zusammengehen mit den kleinen Häusern in Halle und Versmold mag für diese vielleicht von Vorteil sein, für uns in Gütersloh nicht.

 

Für die Gütersloher FDP wäre eine enge Kooperation bzw. Fusion des Städtischen Klinikums mit dem St. Elisabeth-Krankenhaus für Gütersloh die eindeutig bessere Lösung.

 

Der Bevölkerung, die zunehmend älter wird und damit mehr ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen muss, ist es völlig egal, ob eine Kommune, eine private Krankenhausgesellschaft oder eine Kirche Träger ist, Hauptsache die Leistung stimmt.

 

Mit dem Verbund mit dem zu kleinen und damit unwirtschaftlichen Haus in Rheda werden aus Gütersloher Sicht Leistungen ausgelagert (bes. Plastische Chirurgie), ohne dass sich dieses Dependence-Haus dauerhaft eine intensivmedizinische Abteilung leisten könnte.

Bei der Rettung hat die Stadt Gütersloh mit viel Geld geholfen, obwohl die Stadt mit der Finanzierung ihres in Bau befindlichen neuen Bettenhauses Süd weitaus mehr Probleme hat als vorhergesehen. 

 

Der Verbund ist eine "Mogelpackung", denn mittelfristig wird von einer "Einhäusigkeit" des neuen Verbundes gesprochen.

Dringend notwendige Investitionen in Gütersloh werden aufgeschoben, weil man das Geld in Rheda einsetzt.

 

Der Kreis Gütersloh als möglicher Träger eines Verbundes auf Kreisebene bleibt in der Diskussion leider außen vor.

Warum tun sich die zwei großen Krankenhäuser in Gütersloh nicht zusammen?

 

Warum bündelt man nicht die bestehenden optimalen medizinischen Angebote, um die finanzielle Belastung der Kommune und damit der Bürgerschaft zu reduzieren ?

 

Dr. W. Büscher