Hebammen den Rücken gestärkt

23.03.2014

FDP-Landtagsabgeordnete informiert sich in Gütersloh

 

Über die wichtige Arbeit der Hebammen hat sich jetzt die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, Susanne Schneider, in der Hebammenpraxis in der Carl-Bertelsmann-Straße in Gütersloh informiert. Begleitet wurde sie vom Gütersloher FDP-Ratsherren und Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl, Florian Schulte-Fischedick, dem stellvertretenden Ortsvorsitzenden der FDP Gütersloh, Dr. Claudius Weisensee, sowie von ihrem Büroleiter Julius Will.

 

Ebenfalls zu Gast in Gütersloh war die stellvertretende Landesvorsitzende des Hebammenverbandes NRW, Barbara Blomeier aus Bielefeld.

Blomeier und das Team der Hebammenpraxis um Heike Schmidt machten auf die desolate Haftpflichtsituation aufmerksam. Die Versicherungsprämien lägen schon jetzt bei 5.000 Euro im Jahr. Zum Vergleich: Vor 30 Jahren konnten sich Hebammen bereits für 80 Euro jährlich versichern. Der Rückzug der Nürnberger Versicherung aus dem Geschäftsfeld der Berufshaftpflicht für Hebammen zum 1. Juli 2015 werde die Lage weiter verschärfen. Europaweit gäbe es dann nur noch zwei Versicherungen für Hebammen. Befürchtet wird deshalb ein weiterer Anstieg der Versicherungsbeiträge. Dies käme einem faktischen Berufsverbot gleich. Im ganzen Land finden daher in den kommenden Tagen und Wochen Demonstrationen von Hebammen und betroffenen Eltern statt. 

 

Susanne Schneider sagte den Gütersloher Hebammen Unterstützung zu. Die FDP-Landtagsfraktion hat einen Antrag erarbeitet, der in der nächsten Woche im Landtag beraten werden soll. Darin fordern die Liberalen unter anderem, dass die Kostensteigerungen der Berufshaftpflichtprämie von den gesetzlichen Krankenkassen gerade mit Blick auf die Gesamtvergütungslage in angemessener Weise ausgeglichen werden, so dass sich die Anzahl der von den Hebammen durchzuführenden Geburten für die Erwirtschaftung der Versicherungsbeiträge nicht sukzessive erhöht. „Das Problem der Hebammen ist erkannt. Die FDP will schnelle und unbürokratische Hilfestellung leisten“, so die liberale Gesundheitsexpertin Schneider.

 

Auch Florian Schulte-Fischedick plädierte für die Einrichtung eines Haftungsfonds, der die Risiken abdeckt, welche von den Versicherungen nicht, oder nur zu unbezahlbaren Konditionen übernommen werden. „Ohne Hebammen kann in Deutschland die vorsorgende Betreuung von Schwangeren, die Entbindung und die Nachsorge nicht mehr auf gutem Niveau aufrecht erhalten werden. Dies geht zu Lasten der Familien“, so Schulte-Fischedick: „Hebammen leisten einen unverzichtbaren Dienst an der Gesellschaft. Der Hebammen-Beruf darf nicht aussterben.“