CDU-Gewerbeansiedlungspolitik in Gütersloh ist eine Katastrophe!

29.12.2006

Die Aussagen im WB-Artikel vom 28.12.06 (Stadt schürt Hoffnung am Lupinenweg) treiben Zornesröte ins Gesicht von FDP-Planungsexperten Dr. Wolfgang Büscher. Er hält die Gewerbeansiedlungspolitik der Gütersloher Ratsmehrheit von CDU und Grünen für eine lokale Katastrophe.

 

Im Entwurf des Gebietsentwicklungsplanes (GEP) rieten die Planer der Bezirksregierung Detmold 1999 Gütersloh zur mittelfristigen Ausweisung von 100 ha neuer Gewerbeflächen. Davon scheinen nach nunmehr 7 Jahren Zeit des Überlegens und Diskutierens nur noch weniger als 30 ha im Gütersloher Flächennutzungsplan (FNP), der eine Laufzeit bis 2020 haben soll, übrig zu bleiben. 

 

Statistiker sehen in OWL und in Gütersloh eine gegen den Bundestrend wachsende Bevölkerung und raten den Kommunen sich darauf durch Ausweisung von neuen Gewerbe- und Wohngebieten einzurichten. Momentan ist Gütersloh die einzige Stadt in OWL, die dies nicht einmal im Ansatz versucht.

 

Ein Gewerbegebiet nördlich der Marienfelder Straße ( B 513), das im Entwurf des GEP stand und das auch die FDP für geeignet hält, weil es u.a. auch verkaufswillige Eigentümer gibt, war im Gütersloher Planungsausschuss nicht mehrheitsfähig, also raus damit. Die Trendelheide in unmittelbarer Nachbarschaft eines vorhandenen und erschlossenen Gewerbegebietes schien nun mehrheitsfähig. Die Avenwedder CDU-Kirchturmpolitiker schmissen mit ihrer Mehrheit auch diese notwendige Fläche aus dem FNP wieder heraus. Gleiches galt für den Lupinenweg, den die Spexarder CDU nicht haben wollte. 

 

Im peinlichen Schnellschuss wurden zwar noch kleinere Ersatzflächen an der Berliner Straße und am Stadtring Kattenstroth in die Diskussion gebracht. Jeder halbwegs geschulte Laie konnte vorhersehen, dass diese Flächen gänzlich ungeeignet waren und von der Bezirksregierung als oberer Planungsbehörde nie genehmigt worden wären.

 

Ein interkommunales Gewerbegebiet mit Verl wird es in absehbarer Zeit nicht geben, weil eine notwendige weitere Autobahnauffahrt aus mehreren Gründen nicht zu realisieren ist.

 

Was bleibt sind mickrige 28 ha, die auch noch in den Sternen stehen, weil der Hüttenbrink über eine teure Autobahnbrücke erschlossen werden muss und das Gewerbegebiet Lupinenweg noch längst nicht die Zustimmung der Spexarder CDU hat.

 

Armes Gütersloh ! Wir sollten unsere Ortseingangsschilder mit dem Zusatz versehen. „Gewerbeflächenfreie Zone“.

 

Eine Stadt mit fast 100.000 Einwohnern sollte nach Ansicht der FDP ihrer Bevölkerung Mut für die Zukunft machen, zumal man erste Anzeichen für eine wirtschaftliche Gesundung wahrnehmen kann. 

 

Auch wir in Gütersloh gebrauchen für ansiedlungs- und expansionswillige Firmen Flächen und zwar schnell!