FDP-Stellungnahme zum Gazit-Projekt

06.11.2008

Die Gütersloher FDP spricht sich gegen ein solitäres und nicht genügend an die Innnenstadt angebundenes Einkaufszentrum auf dem Wellerdiek-Gelände aus, auch wenn die Gesamtverkaufsfläche auf 17.000 qm begrenzt würde.

 

Die FDP lehnt aber nicht nur das Gazit-Projekt in der beabsichtigten Größenordnung ab, sondern tritt gleichzeitig für eine Entwicklung dieses Geländes aus einer Mischung von Wohnen (Mehrgenerationenwohnen), Dienstleistungen und Einzelhandel ein.

 

Die Arbeitsgemeinschaft Gütersloher Innenstadt unterstützen wir bei der Beseitigung weiterer städtebaulicher Defizite in der Innenstadt (Kolbeplatz, Umfeld Martin-Luther-Kirche, Südtor, Umfeld Dreiecksplatz, Glasenapp) und der Realisierung des ersten FINKE-Projektes. 

 

Die neuen FINKE-CONCEPTA-Planungen ähneln dem GAZIT-Vorhaben doch sehr. Besser wäre in jedem Fall eine Innenstadtlage, z.B. mit oder um KARSTADT.

 

Bei einer Realisierung des Gazit-Projektes gäbe es für die innerstädtischen Schwachpunkte keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr, da hierfür kaum noch Investoren zu finden sein dürften.

 

Zitat aus dem GfK Gutachten : „Dabei zeigt sich, dass selbst unter der Annahme einer positiven Bevölkerungsentwicklung, steigender Pro-Kopf-Ausgabebeträge sowie einer räumlichen Erweiterung des derzeitigen Gütersloher Marktgebietes, die sortimentsspezifischen Centerverkaufsflächen nicht erreicht werden können.“ (Dies gilt für eine Verkaufsfläche von 20000 qm). 

 

„Demgegenüber sind die rechnerisch ermittelten innerstädtischen Umverteilungsquoten für die Minimalvariante des Gazit-Einkaufszentrums (rd. 17000 qm) aus Sicht der GfK alles in allem als noch vertretbar zu bezeichnen.“

 

Wer glaubt denn ernsthaft daran, dass alle diese 3 Annahmen bei der momentanen Weltwirtschaftslage wirklich eintreten?

 

Die GfK bezieht in der Zone II (bisheriges Ferneinzugsgebiet) die Gemeinden Langenberg und Oelde mit ein. Dieses ist höchst fragwürdig und durch keinerlei Erhebungen belegt. Bei Herausnahme dieser beiden Gemeinden verringert sich die Einwohnerzahl der Zone II von rd. 178 000 auf 142 000.

 

Die GfK geht davon aus, dass nach Verwirklichung des Gazit-Projektes die Gemeinden Beelen, Steinhagen und der Bielefelder Stadtteil Brackwede mit rd. 26300 Einwohnern zum Ferneinzugsgebiet Güterslohs hinzukommen. 

 

Dies ist eine höchst gewagte Annahme, insbesondere angesichts der Bemühungen anderer Gemeinden durch eigene Weiterentwicklung Kaufkraft vor Ort zu binden, z.B. in Rheda-Wiedenbrück. 

 

Der Schutz einzelner Mittelzentren untereinander, das sind sowohl Gütersloh als auch Verl, Rietberg und Rheda-Wiedenbrück, ist auch ausdrückliche Intention der Landesplanung im Sinne des seit September 2008 gültigen NRW-Einzelhandelserlasses.