Abzug der Briten

21.10.2010

Das hochverschuldete Großbritannien streicht wegen seines enormen Staatsdefizites auch seinen Verteidigungsetat massiv zusammen und beschleunigt den Abzug der Rheinarmee aus OWL.

 

Premierminister David Cameron kündigte am 19.10.10 in London an, die britischen Truppen würden Deutschland bis 2020 verlassen, die Hälfte der Soldaten schon bis 2015.

 

Vor zwanzig Jahren, als die Britische Air Force den Gütersloher Flughafen verließ und von Logistik-Einheiten der Army ersetzt wurden, dachte man schon einmal laut über eine "Zeit nach den Briten" in Gütersloh nach.

 

FDP-Fraktionvorsitzender Dr. Wolfgang Büscher schrieb in den 90er Jahren seine Dissertation über eine mögliche Konversion dieses Standortes und beleuchtete auch die besondere Lebenssituation der in Gütersloh und Umgebung lebenden Briten aus fachwissenschaftlicher Sicht.

 

Damals wurde laut über eine zivile Mit- oder Nachnutzung des Flughafens diskutiert. Heute ist indes ein möglicher Zivilflughafen weniger ein Thema. 

 

Gegenwärtig liegt im Fokus der Überlegungen, dringend notwendige Gewerbeflächen auf dem ehemaligen Flughafengelände für Gütersloh zu sichern und Pläne zu entwickeln, wie man die vielen freiwerdenden Häuser und Wohnungen der ca. 6000 in Gütersloh wohnenden Briten nutzt und wie man den Kaufkraftverlust dieser großen Gruppe kompensiert. Vergessen werden dürfen auch nicht die zahlreichen zivilen Angestellten der Streitkräfte.

 

In den 90er Jahren hatte man Befürchtungen, dass Gütersloh nach möglichem Weggang der Briten durch Öffnung des Eisernen Vorhangs ein weiteres riesiges Auffanglager Friedland werden könne. Die Gefahr stellt sich heute nicht mehr. Vielmehr muss man stadtplanerisch Leerstände und Ghettobildungen verhindern.

 

Die Gütersloher FDP und ihr ausgewiesener Fachmann und Fraktionsvorsitzender sehen die jetzt kommenden Überlegungen weniger als Krise für unsere Stadt sondern als große Chance, sich für die Zukunft neu aufzustellen.

 

Dazu wird sich die FDP in den nächsten Wochen zusammen mit weiteren Experten deutlich und fachkompetent zu Wort melden.