Gütersloher Bürgermeisterkandidaten diskutieren mit der FDP

12.05.2015

Auf einer gut besuchten Veranstaltung der Gütersloher FDP haben sich die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 13. September den rund 50 Parteimitgliedern und Gästen vorgestellt und Fragen beantwortet. Die parteilose Kandidatin Dr. Anke Knopp konnte wegen beruflicher Verpflichtungen leider nicht teilnehmen, hatte aber die 5 Fragen, welche die Gütersloher Freidemokraten vorbereitet hatten, vorab schriftlich beantwortet.
In seiner Vorstellung ging Norbert Morkes auf die Geschichte der BfGT ein. Er sah gegenüber den etablierten Parteien in dem ausschließlich lokalen Bezug den Vorteil einer größeren Unabhängigkeit. Er wolle als Bürgermeister verstärkt den Dialog mit den Bürgern suchen. Als gebürtiger Gütersloher betonte Matthias Trepper seinen familiären Bezug zur Stadt und zur Kommunalpolitik. Henning Schulz, in Brockhagen aufgewachsen, reizt an der Kommunalpolitik besonders die Vielfalt der Themen. Deshalb sei er nach Architekturstudium und verschiedenen kommunalen beruflichen Stationen vor 2 Jahren gerne als Stadtbaurat in die Heimat zurückgekehrt.
Zur Frage der Gütersloher FDP nach den 3 wichtigsten Schwerpunkten, die er als Bürgermeister voranbringen möchte, wollte Henning Schulz besonders den Wirtschaftsstandort Gütersloh stärken, denn eine starke Wirtschaft bedeute Arbeitsplätze. Hierzu sei eine Willkommenskultur auch für Unternehmen notwendig. Daneben gelte es in der kommenden Amtsperiode insbesondere den Abzug der britischen Streitkräfte zu gestalten. Für eine kreative Stadtentwicklung wolle er mit den Menschen reden und auch Dinge mutig probieren. Matthias Trepper sah seine Schwerpunkte in der Wirtschaftsförderung. Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen müsse die Stadt die frei werdenden Wohnungen der Briten kaufen. Er regte eine Entwicklungsgesellschaft zusammen mit den Energieversorgern an. Zur Förderung des Ehrenamtes möchte Trepper das Ehrenamtsbüro wiederbeleben. Als Bürgermeister will Nobby Morkes gemeinsam mit der Politik den Dialog mit den Bürgern suchen. Die Verwaltung müsse die Identifikation der Bürger mit der Stadt fördern, so Morkes. Er möchte auch die Arbeit der bestehenden Beiräte aufwerten. Für Anke Knopp lagen die Schwerpunkte bei der Förderung der Digitalisierung und der Verbesserung der Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung, die Bildungsqualität möchte sie durch ein 2-gliedriges Schulsystem verbessern.
Bei den Maßnahmen zur Verbesserung der Attraktivität der Gütersloher Innenstadt erinnerte Nobby Morkes an den alten Vorschlag eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Blessenstätte/Kirchstraße. Er hält eine Überarbeitung des Parkraumbewirtschaftskonzeptes für notwendig und möchte die Brötchentaste (kostenloses Halten für 15 Minuten) an weiteren Stellen etablieren. Matthias Trepper möchte als Bürgermeister initiativ werde,  um die Berliner Straße vor dem Rathaus zu verschmälern und den Konrad-Adenauer-Platz neu zu gestalten. Er schlug ein generelles Tempolimit von 30 kmh in der Innenstadt vor. Dies müsse dann auch kontrolliert werden. Die Lichtsituation in der Innenstadt und auf der B 61 müsse verbessert werden, im Alten Amtsgericht könne er sich ein Cafe vorstellen. Für Henning Schulz erzwingt der Wandel im Einzelhandel neue Funktionen für eine lebendige Innenstadt, wie Wohnen und Gastronomie. Es gehe generell darum, die Aufenthaltsqualität zu verbessern. An den Visitenkarten der Stadt, wie Bahnhofsumfeld, Konrad-Adenauer-Platz und Berliner Straße müsse weiter gearbeitet werden. Der Kreisverkehr an der Blessenstätte komme, wenn  die Bindung an die gezahlten Fördergelder auslaufe.
Bei der Frage nach dem Erhalt der Vielfalt in der Gütersloher Schullandschaft kann für Henning Schulz auch in einem 2-gliedrigen Schulsystem Vielfalt stecken. Allgemein wollen alle die Freiheit der einzelnen Schulen fördern und Profilbildungen förden.
Die FDP bat die Kandidaten, 3 Maßnahmen zu nennen, mit welchen Sie den Wirtschaftsstandort Gütersloh attraktiver machen wollen. Nobby Morkes erinnerte hierzu an die alte BfGT Forderung nach Gesprächen zum Gewerbegebiet am Flughafen und nördlich der Marienfelder Straße, ebenso an die Forderung für einen Wirtschaftsbeirat. Einen einheitlichen Ansprechpartner in der Verwaltung, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen wünschte sich Henning Schulz und forderte Unternehmer auf, in Parteien aktiv zu werden. Matthias Trepper wünschte sich Spezialisten für Unternehmensgründungen und Ansiedlungen in der Verwaltung. Diese Aufgabe sei auch Chefsache. Chancen sah er in der Beteiligung von Gütersloh an der Regiopolbildung zwischen Bielefeld, Herford und Bad Salzuflen. Die Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen Kommunen war auch für Anke Knopp von großer Bedeutung. Allgemein möchte sie die die Wirtschaftskompetenz der Verwaltung stärken. Für ein schnelles Internet müsse die Stadt auch Geld in die Hand nehmen.
Bei der Frage nach Maßnahmen, mit welchen die Situation der Flüchtlinge in Gütersloh verbessert werden kann, waren sich die Kandidaten bemerkenswert einig. Eine Ghettobildung müsse durch eine möglichst dezentrale Unterbringung vermieden werden und für den Ausbau von Beratung und Hilfe wie für Sprachförderung sei mehr Personal notwendig. Gemeinsam mit der in Gütersloh in hohem Maße vorhandenen Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement werde man auch diese Herausforderung annehmen und meistern.
Ortsvorsitzender Dirk Stockamp freute sich nach 2 Stunden konzentrierter Diskussion über das zahlreiche Interesse und hoffte, dass die Freien Demokraten mit dieser Veranstaltung eine kleine Entscheidungshilfe leisten konnten. Sein Dank galt auch den Kandidaten für die offene und faire Diskussion.