Stellungnahme zur Ansiedlung von EDEKA / ALDI in Avenwedde

18.07.2009

Die Diskussion um das geplante EDEKA / ALDI – Einkaufscenter in Avenwedde – Mitte ist neu entfacht.

 

CDU-Bürgermeisterkandidat Kollmeyer hat als Vorsitzender des Planungsausschusses am letzten Donnerstag die Behandlung des Themas von der Tagesordnung abgesetzt.

Die Gründe waren vorgeschoben, aber so hofft man das Thema aus der letzten Wahlkampfwoche herauszuhalten.

 

Die Ausschussvorlage, vom Stadtbaurat Löhr unterzeichnet, ist nach Meinung der Projektentwickler und auch der Gütersloher FDP in vielen Punkten falsch. Löhr behauptet darin z. B., dass ihm die Haltung der Bertelsmann AG zum Standort nicht bekannt sei, obwohl ihm nachweislich seit Monaten der Verzicht von Bertelsmann auf das Vorkaufsrecht vorliegt.

 

Nachdem im Vorjahr das viel und zum Teil kontrovers diskutierte Einzelhandelskonzept gegen die Stimmen der FDP (wegen zu vieler handwerklicher und rechtlicher Mängel) verabschiedet worden ist, möchten sich die Projektplaner krd – Immobilien, Bad Oeynhausen und das Architekturbüro Norbert Beckmann, Gütersloh, das Westerfellhaus – Areal im Dreieck zwischen der Carl-Bertelsmann- und der Spexarder Straße für ihre Investition trotzdem genehmigen lassen. Nach deren Auskunft hat Bertelsmann, für deren mögliche Expansion das Westerfellhaus-Areal als Sonderbaufläche reserviert war, seine Zustimmung gegeben, einen Teil mit den beiden Lebensmittelmärkten aufzuwerten.

Im Falle einer Ablehnung scheuen die potentiellen Investoren den Gang zum Verwaltungsgericht nicht.

 

Am konkreten Fall im Ortsteil Avenwedde wird die Berechtigung der Kritik jetzt überdeutlich.

 

Das Einzelhandelskonzept legt Flächen fest, innerhalb deren Handel und Gewerbe angesiedelt werden dürfen. Für den Ortsteil Avenwedde-Dorf ist dies viel zu eingeengt passiert. 

Die Einzelhändler EDEKA und der Discounter ALDI liegen jetzt schon außerhalb des vorgesehenen Versorgungsbereiches Avenwedde. Beide haben zu kleine Verkaufsflächen und möchten expandieren. 

Dass ein erhöhter Bedarf an Einzelhandelsfläche, gerade im Segment Lebensmittel besteht, ist unstrittig. Strittig ist allein die Lage. 

Die Gütersloher Stadtplaner wollen diese beiden Firmen durch das Einzelhandelskonzept aus dem Randbereich in den Dorfkern verlegen. Das geht offensichtlich nicht. Hier sind auf lange Zeit keine ausreichend große Flächen verfügbar.

 

Da die Verwaltungsspitze das EDEKA / ALDI Einkaufscenter an der Spexarder Straße aufgrund des beschlossenen Einzelhandelskonzeptes ablehnt und damit auch die politische Mehrheit im Planungsausschuss hinter sich weiß, hat man das weitere Vorgehen auf die Zeit nach der Wahl verschoben.

 

„So ist das in Gütersloh: Wie bei den Theaterkosten, bei der Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer und jetzt bei der Planung auf dem Westerfellhaus-Gelände - falls es unpopulär werden könnte, ... lieber nach der Wahl" 

formuliert Fraktionschef Dr. Wolfgang Büscher für die Gütersloher Liberalen.