Für einen B 61 Ausbau mit Augenmaß

20.01.2020

Obwohl noch es keine konkreten Planungen zum Ausbau der B61 zwischen Rheda-Wiedenbrück und Bielefeld gibt, formiert sich bereits der Protest. Die FDP Gütersloh möchte dazu wie folgt Stellung nehmen.

 

Es ist uns nicht egal, wenn Bäume gefällt werden. Bäume spielen als CO2-Speicher eine wichtige Rolle in der Bewältigung des Klimawandels. Die FDP Gütersloh schätzt darüber hinaus den Alleencharakter der B61 als kulturell bedeutsam ein. Deshalb wäre es schade um jeden Baum, der für einen Ausbau gefällt werden müsste.

 

Eine pauschale ideologiebasierte Ablehnung eines Ausbaus - nach dem Motto: „Nur eine nichtgebaute Straße, ist eine gute Straße“ - lehnen die Freien Demokraten hingegen ab. Zu oft wird kritisiert, dass Parteien ideologisch und nicht an Hand von Fakten und Argumenten entscheiden. Deshalb fordern die Gütersloher Liberalen einen umfassenden Planungsprozess zu beginnen, der möglichst viele Interessen von Bürgerinnen und Bürgern, der Umwelt und der Wirtschaft mit einbezieht. In diesem Planungsprozess soll ergebnisoffen diskutiert werden, wie eine Ertüchtigung der vorhandenen zweispurigen Straßenabschnitte oder ein drei- oder vierspuriger Ausbau gestaltet werden könnte.

 

Die Gütersloher Liberalen sehen gute Gründe für einen Ausbau der B61. Wir leben in einer Wachstumsregion. Immer mehr Menschen wohnen in Gütersloh oder haben vor, sich hier anzusiedeln. Die Ausweisung von neuen Wohnbaugebieten im Norden und Osten unserer Stadt sowie die Umgestaltung der ehemaligen britischen Liegenschaften, werden diesen Trend fortführen. Mehr Einwohner bedeutet auch mehr Verkehr, egal ob Bus, Bahn, Fahrrad oder eben PKW. Dabei möchte die Gütersloher FDP durch den Ausbau eines attraktiven öffentlichen Nahverkehrs und der Radinfrastruktur Alternativen zum PKW-Verkehr bieten. Eine einseitige Belastung und Behinderung des PKW-Verkehrs, ohne die Verbesserung im ÖPNV oder dem Rad lehnen wir hingegen ab. Die Freien Demokraten halten es nicht für zielführend das Auto per se als umweltfeindlich zu verteufeln. Viel mehr setzen wir auf nachhaltige Antriebe.

 

Auch wenn es uns in Zukunft gelingen wird, dass immer mehr Menschen alternative Verkehrsmittel nutzen werden, so sind wir dennoch der Überzeugung, dass das Auto das wichtigste Fortbewegungsmittel bleibt. Die FDP urteilt dabei nicht über die individuellen Gründe, warum wer welches Verkehrsmittel nutzt.

 

Durch die Verlängerung des Ost-Westfalen-Damms und der Fertigstellung der BAB 33, wird die hohe Belastung der B61 von und nach Bielefeld durch den Individuallverkehr weiter steigen. Bereits heute ist die - neben der Bahnverbindung - zentrale Verkehrsverbindung im Ballungsraum Bielefeld-Gütersloh-Rheda-Wiedenbrück hoch belastet. Dies führt, insbesondere auf dem nur zweispurigen Abschnitten zwischen Rheda-Wiedenbrück und Bielefeld, gerade in den Verkehrsstoßzeiten zu einem stockendem Verkehrsfluss. Hieraus resultiert wiederum eine erhebliche zeitliche Mehrbelastung für Berufspendler sowie eine erhöhte Umweltbelastung durch steigenden Benzin-/Dieselverbrauch und Schadstoffausstoß der Fahrzeuge im Stop-and-go-Verkehr.

 

Vor dem Hintergrund dieser Feststellungen haben wir uns als FDP schon frühzeitig für den Ausbau der zweispurigen B61-Strecken zwischen Gütersloh und Bielefeld bzw. Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück ausgesprochen und fordern auch jetzt einen ergebnisoffenen Einstieg in die Diskussion auf Basis belastbarer Planungen.