3. Gymnasium für Gütersloh?

15.01.2009

Wenn man Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrem Konjunkturprogramm für Bildung, Arbeit und Infrastruktur ernst nimmt, dann muss man als Stadt Gütersloh jetzt versuchen, etwas davon abzubekommen. 

 

Nach Meinung der FDP-Fraktion ist jetzt an der Zeit, erneut über ein dringend notwendiges 3. Gymnasium nachzudenken und dafür Gelder aus dem Konjunkturprogramm des Bundes zu beantragen.

 

Deshalb lehnt die FDP auch das Budget 2009 im Fachbereich Schule ab, weil bislang keine weiteren Mittel beantragt werden sollen.

 

Begründung:

 

Für die Jahre 2009- 2012 sind im Fachbereich Schule Investitionen für den Ausbau der Oberstufe in der Anne- Frank-Schule und für den Ausbau der beiden Gymnasien ca. 16 Millionen Euro vorgesehen.

 

Die Ausgaben für die beiden Gymnasien sollen sich für den genannten Zeitraum auf ca. 12 Millionen Euro belaufen. Im Haushalt sind keine detaillierten Angaben zu den diesbezüglichen Baumaßnahmen bzw. Baukosten gemacht worden.

 

Damit soll aber nur eine bereits bestehende Notlage behoben werden, die seit Jahren besteht. So haben die beiden Gymnasien z. Z. 2- 3 Züge mehr als in der ursprünglichen Planung vorgesehen war. Dies führt bekanntermaßen jetzt schon zu großer räumlicher Enge, hoher Lärmbelastung und Zeitverlust durch Organisationsprobleme. Es führt zu deutlichen Beeinträchtigungen der pädagogischen Arbeit und der Qualität des Unterrichts. Sehr detailliert haben die beiden Schulen diese Probleme (und andere Probleme) 2008 dem Schulausschuss beschrieben.

 

Mit großer Wahrscheinlichkeit werden die Anmeldezahlen zu den beiden Gymnasien weiter steigen (Gütersloh liegt bei der Übertrittsquote deutlich unter dem Landesdurchschnitt), so dass weitere, zusätzliche Züge eingerichtet werden müssten.

 

Die Oberstufe an der Gesamtschule wird aber nicht wie erhofft nachgefragt.

 

Somit werden sich die Lern- und Lehrbedingen in den nächsten Jahren weiter verschlechtern, zumal die Baumaßnahmen sich über Jahre hinziehen und selbst viel Lärm und Unannehmlichkeiten produzieren werden.

 

Die FDP- Fraktion fordert daher die Schulverwaltung auf, baldmöglichst Mittel aus dem neuen Konjunkturprogramm den Bundes zu beantragen mit den Planungen zur Errichtung eines 3. Gymnasiums ( möglichst mit einem math.- naturwissenschaftlichen Schwerpunkt) zu beginnen, zumal die Kosten eines neuen Gymnasiums nicht erheblich höher als die oben genannten Baukosten sein dürften und sich über sehr viele Jahre verteilen würden (Beginn mit Klasse 5 und sukzessives Anwachsen der Jahrgangszüge).

 

Dies fordert die FDP seit 2007. Schon in diesem Jahr hätten Planungen hinsichtlich eines 3. Gymnasiums dem Schulausschuss vorgestellt werden müssen.

 

In diesem Zusammenhang fordert die FDP die Verwaltung auch auf, die Umsetzung des Schulneubaues im Wege eines PPP- Modell zu prüfen. Der Schulausschuss hatte im Juni 2008 den Beschluss gefasst, die bereits beschlossenen Baumaßnahmen im Wege eines PPP- Modells prüfen zu lassen. Hierdurch käme man nach Meinung der FDP zu erheblichen Kostenreduzierungen. 

 

Zitat aus den Erläuterungen des Fachbereichs Schule zum Budget 2009: “Daher ist es der Stadt ein besonderes Anliegen, dass die von ihr unterhaltenen Schulen ihren Schülerinnen und Schülern die Chance für eine gute Schulbildung bieten können“.