Drittes Gymnasium

01.08.2008

Gesamtschulen waren, sind und bleiben auch in Zukunft ein sozio-ideologisch gefärbtes Schulmodel. Daran ändert auch nicht, dass der ehemalige Hauptschullehrer Hans Feuß einen Musterpresseartikel seiner stellvertretenden SPD-Landesvorsitzenden Ute Schäfer abschreibt.

 

Gesamtschulen sind deswegen die selektivste Schulform im Bereich der allgemeinbildenden Schulen, weil sie sich im Verlauf der Schulzeit von fast jedem zweiten Schüler, der den angestrebten Abschluss der allgemeinen Hochschulreife nicht erreicht, trennt. In einem Viertel aller Gesamtschulen ist die Wahrscheinlichkeit, zu scheitern, größer als die, das Abitur zu bestehen.

 

In der Gesamtschule lag die Zahl der Abiturienten 2007/2008 um über 40 % unter der Ausgangszahl dieser Schülergruppe in Jahrgangsstufe 11. Die Zahlen, die Herr Feuß in dem Artikel anführt, verfälschen das Bild. Sofern 45 bis 50 Schüler die allgemeine Hochschulreife erlangen, ist diese Zahl ins Verhältnis zu setzen zu der Anzahl der Schüler, die in der Stufe 11 mit dem Ziel, das Abitur zu erlangen, beginnen. In keiner Schulform gibt es so viele Abbrecher wie in der Oberstufe der Gesamtschule.

 

Nach Informationen des Kultusministeriums NRW zum Abiturjahrgang 2007 zeigen sich weiterhin dramatische Unterschiede, die die Qualität der Gesamtschulen mehr als in Frage stellen.

 

So fallen die Gesamtschüler in den schriftlichen Zentralprüfungsfächern mit ihrer Leistung deutlich um bis zu 2,4 Notenpunkten (entspricht fast einer ganzen Schulnote) von ihrer Vorbenotung ab. Schwächen besonders in den Naturwissenschaften sind offensichtlich. Mit anderen Worten werden Gesamtschüler in ihrer Vorbenotung, die mit 80% in die Abiturdurchschnittsnote einfließt, deutlich bevorzugt, damit überhaupt eine signifikante Anzahl von Schülern das Abitur erreicht. Diese unzulässige Bevorzugung in der Benotung wird sich spätestens mit Eintritt in einen Studiengang zeigen. Einige neue Untersuchungen zeigen, dass es eine besonders hohe Zahl von Studienabbrechern von ehemaligen Gesamtschülern gibt. Und wem dient das? Sicherlich nicht denen, die man vorher hochgelobt hat. 

Herr Feuß, öffnen Sie doch bitte die Augen für die Realität, in der wir leben und verharren Sie nicht im altsozialistischen Gedankengut der 60iger Jahre. 

 

Wir gebrauchen in Gütersloh ein drittes Gymnasium mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt und keine weitere Gesamtschule.

 

Dann werden sich auch die Zahlen für die Anmeldungen an den Gesamtschulen relativieren. Die FDP fordert Sie auf, mit dafür zu kämpfen, dass dieses dritte Gymnasium endlich Realität wird.