Die Glocke „FDP sieht Ausbau als notwendig“

21.01.2020

Gütersloh(gl). Obwohl es noch keine konkreten Planungen zum Ausbau der Bundesstraße 61 zwischen Rheda-Wiedenbrück und Bielefeld gibt, formiert sich bereits der Protest. Nun nimmt auch die FDP Gütersloh Stellung. „Es ist uns nicht egal, wenn Bäume gefällt werden“, heißt es in dem Schreiben des Ortsvorsitzenden, Rainer Gellermann, und des FDP-Ratsherrn, Dirk Stockamp. Bäume spielen als CO2-Speicher eine wichtige Rolle in der Bewältigung des Klimawandels. „Die FDP Gütersloh schätzt darüber hinaus den Alleencharakter der B 61 als kulturell bedeutsam ein. Deshalb wäre es schade um jeden Baum, der für einen Ausbau gefällt werden müsste.“

Eine pauschale Ablehnung eines Ausbaus lehnen die Freien Demokraten hingegen ab. Sie fordern, einen umfassenden Planungsprozess zu beginnen, der möglichst viele Interessen von Bürgern, der Umwelt und der Wirtschaft mit einbeziehe. In diesem Planungsprozess solle ergebnisoffen diskutiert werden, wie eine Ertüchtigung der vorhandenen zweispurigen Straßenabschnitte oder ein drei- oder vierspuriger Ausbau gestaltet werden könnte.

Nach eigenen Angaben sehen die Gütersloher Liberalen gute Gründe für einen Ausbau der B 61. „Wir leben in einer Wachstumsregion“, schreiben die Liberalen. „Mehr Einwohner bedeutet auch mehr Verkehr, egal ob Bus, Bahn, Fahrrad oder eben PKW.“ Dabei wolle die Gütersloher FDP durch den Ausbau eines attraktiven öffentlichen Nahverkehrs und der Radinfrastruktur Alternativen zum Autoverkehr bieten. Die Liberalen halten es nach eigenen Angaben nicht für zielführend das Auto per se als umweltfeindlich zu verteufeln. „Auch wenn es uns in Zukunft gelingen wird, dass immer mehr Menschen alternative Verkehrsmittel nutzen werden, so sind wir dennoch der Überzeugung, dass das Auto das wichtigste Fortbewegungsmittel bleibt.“ 

Durch die Verlängerung des Ostwestfalendamms in Bielefeld und der Fertigstellung der Autobahn 33, werde die hohe Belastung der B 61 von und nach Bielefeld weiter steigen. Bereits heute sei die zentrale Verkehrsverbindung im Ballungsraum Bielefeld über Gütersloh nach Rheda-Wiedenbrück hoch belastet. Dies führe insbesondere auf dem nur zweispurigen Abschnitten zwischen Rheda-Wiedenbrück und Bielefeld gerade in den Stoßzeiten zu einem stockenden Verkehrsfluss. Daraus resultiert wiederum eine erhebliche zeitliche Mehrbelastung für Berufspendler sowie eine erhöhte Umweltbelastung durch steigenden Benzin-/Dieselverbrauch und Schadstoffausstoß der Fahrzeuge im Stop-and-go-Verkehr.