Neue Westfälische "Ortsumgehung Friedrichsdorf ist das Herzensthema der FDP"

Stadtparteitag: Rainer Gellermann führt die 52 Liberalen in Gütersloh jetzt an. Bei den Briten-wohnungen wird der Kahlschlag favorisiert - aber nicht für alle Quartiere

 

Rainer Gellermann führt jetzt die 52 Mitglieder zählende Gütersloher FDP. Der bisherige stellver tretende Vorsitzende folgt auf Lena Einhorn, die aus beruflichen Gründen weggezogen ist. Neuer zweiter Mann ist Anthony Masaki, der Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen. Für ihn wiederum wählte der Stadtparteitag im Brauhaus Sascha Priebe in den Kreis der Beisitzer. Alle drei wurden von den elf anwesenden Wahlberechtigten einstimmig gewählt.

 

Im Vorstandsbericht nannte Gellermann Wohnen und Bauen sowie Einkaufen in Gütersloh und die Möglichkeiten einer Belebung der Innenstadt als in jüngster Zeit behandelte Aspekte. Besonders wies er auf die Ortsumgehung Friedrichsdorf („mein großes Thema“) hin. Auch Schatzmeister Johannes Elstner sprach bei diesem seit den 70er Jahren immer wieder diskutierten Projekt von einer „Herzensangelegenheit der FDP“.

 

Einhellig beschloss der Parteitag einen vom neuen Vorsitzenden vorgelegten Antrag in dieser Sache „Die Planung der Ortsumgehungsstraße Friedrichsdorf ist durch das Land NRW und die Stadt Gütersloh vorrangig zu betreiben.“ Erst durch die schwarzgelbe NRW-Koalition sei das Vorhaben wieder in die vorrangige Planung übernommen und sogar ein Budget für externe Planungsbüros zur Verfügung gestellt worden, heißt es im Antrag. „Diese Möglichkeit soll die Stadt Gütersloh nutzen, um die Realisierung zu beschleunigen.“ Denn: „Erst durch die Entlastung vom Durchgangs-verkehr ist eine attraktive Ortskernentwicklung möglich.“ Im Übrigen, so hieß es, stimme die FDP als einzige Partei in Gütersloh und Bielefeld geschlossen für die Ortsumgehung.

 

Aus seiner Arbeit im Planungsausschuss berichtete Ratsmitglied Eckhard Fuhrmann, er unterstütze in Sachen Nachnutzung der ehemaligen Britenwohnungen bezüglich der rund 100 Wohnungen an der Thomas-Mann und Gerhart-Hauptmann-Straße „den Vorschlag der Verwaltung eines Kahlschlags und die Errichtung von Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 300 Wohneinheiten“. Ein Kahlschlag könne aber nicht für alle Quartiere gelten, „denn sicher gibt es auch einen Bedarf an preiswerten Einfamilienhäusern“, die der Erwerber nach seinen Vorstellungen modernisieren könne.

 

Bei der TWE-Reaktivierung für den Personenverkehr zwischen Harsewinkel und Verl, welche die FDP früher abgelehnt habe, so Fuhrmann, komme er inzwischen zu einer „Neubewertung“. Gründe für die Ablehnung seien „die hohen Kosten für die Stadt und die damit verbundenen Einsparungen für den Stadtbusverkehr“ gewesen. Hier habe sich durch die Übernahme des Investitions- wie des Betriebskostenzuschusses durch das Land „bei weiterem positiven Planungsverlauf“ einiges „substanziell verbessert“. Der Stadtbusverkehr müsse dann nicht eingeschränkt werden. „Dieses wäre für mich eine Bedingung für die Zustimmung.“