Neue Westfälische „Mit den Parkplätzen gibt es ein Problem“

01.06.2019

Verkehr: Die Stadt will neun öffentliche Stellplätze von der Berliner Straße an die Feuerwache verlegen. Eckhard Fuhrmann sieht dort jedoch eine Gefahr für Fußgänger und Radfahrer

Von Nicole Hille-Priebe

Gütersloh. Gerade einmal acht Wochen ist es her, dass die überarbeitete Planung für das Parkplatzkonzept entlang der Berliner Straße von einer breiten Mehrheit der Politiker im Planungsausschuss als „wunderbarer Kompromiss“ gefeiert wurde. Zentrales Element der Lösung, die die Verwaltung für das Problem fehlender Stellplätze gefunden hat, sind elf Parkplätze an der Friedrich-Ebert-Straße, neun davon bei der Feuerwehr. Denn nach dem Umzug in die zentrale Feuer- und Rettungswache am Marktplatz werden sie dort nicht mehr gebraucht.

Vielleicht werden einige Ausschussmitglieder denken, sie hätten ein Déjà-vu, wenn die Parkplatzsituation am kom-menden Dienstag noch einmal auf der Tagesordnung erscheint. Der FDP-Ratsherr Eckhard Fuhrmann hat sich die Situation vor Ort noch einmal genauer angeschaut und fragt nun: „Wie möchte die Verwaltung einen sicheren und störungsfreien Verkehr bei den neu zu schaffenden Parkplätzen hinter der Feuerwehr gewährleisten?“

Hintergrund seiner Frage ist die Sicherheit der Schüler, die das Städtische Gymnasium besuchen. Denn für viele von ihnen liegen die Parkbuchten direkt auf dem Schulweg.

Ortstermin. Eckhard Fuhrmann ist mit dem Fahrrad gekommen, wie immer. „Als Fahrradfahrer bekommt man mehr mit und ist sensibilisiert“, sagt der Politiker. Für die Parkplätze, um die es geht, herrscht jetzt noch absolutes Halte-verbot, mit Ausnahme der Feuerwehr-Einsatzkräfte, steht auf den Schildern. Direkt hinter den Stellplätzen führt ein Fahrrad- und Fußweg zum Städtischen Gymnasium. „Zurzeit werden die Stellplätze von Mitarbeitern der Feuerwehr genutzt und es herrscht entsprechend wenig Betrieb“, erklärt Fuhrmann. Bei einer späteren Nutzung als öffentlicher Parkplatz sei jedoch mit einem wesentlich höheren Aufkommen der An- und Abfahrten sowie Suchverkehr zu rech-nen. „Die bauliche Situation ist derzeit so, dass der Radfahrstreifen, der von den Schülern genutzt wird, unmittelbar an den Stellflächen vorbei zur Fußgängerampel führt. Die Auf- und Abfahrt zum Parkplatz ist nur direkt neben der Fußgängerampel möglich. Sobald es mehr Verkehr gibt, werden Fußgänger und Radfahrer dadurch gestört und gefährdet.“ 

Die „optimierte Variante“ der Verwaltung mit insgesamt 73 Stellplätzen kalkuliert mit 52 – statt wie zunächst geplant 41 – Parkplätzen rund um den neu gestalteten Konrad-Adenauer-Platz am Rathaus, zehn an der Strengerstraße und den elf weiteren an der Friedrich-Ebert-Straße. Während bei den schrägen Stellflächen an der Berliner Straße eine Art Pufferzone eingeplant werden soll, damit Pkw beim Ausparken nicht sofort auf der Straße stehen und so mögliche Radfahrer gefährden, fehlt bei den Feuerwehr-Plätzen jedoch bislang ein solches Konzept. „Ich will nicht wieder das ganze Fass aufmachen“, sagt Fuhrmann. „Aber die Verwaltung soll uns diesmal frühzeitig erklären, wie die verkehrliche Erschließung an dieser Stelle laufen soll – im Sinne der Sicherheit der Schüler.“

Eine weitere Frage sei es, ob die Fußgängerampel, die auf Höhe der Feuerwache über die viel befahrene Friedrich-Ebert-Straße führt, dann noch an der richtigen Stelle stehe. „Da habe ich meine Zweifel“, sagt Fuhrmann. „Das wird noch eine Aufgabe für die Verkehrsexperten – besonders nach all dem, was gewesen ist.“