Die Glocke "Kandidaten für die Wahlen sind gekürt"

24.09.2016

Von unserem Mitarbeiter JOHANNES BITTER

Kreis Gütersloh (gl). Die heimische FDP ist für die Bundestagswahl und die NRW-Landtagswahl im kommenden Jahr gerüstet. In der Kreiswahlversammlung bei Heitmann in Pixel herrschte am Donnerstag – wie erwartet – große Einmütigkeit bei der Kandidatenkür. Drei der vier Bewerber treten erstmals an.

 

Bundestagswahlkreis 131: Zu den Neuen gehört auch Philip Winkler, den die Liberalen zu ihrem Bundestagskandidaten im Wahlkreis 131 (Kreis Gütersloh ohne Schloß Holte-Stukenbrock und Werther) kürten. Winkler, Vorsitzender des FDP-Stadtverbands Rheda-Wiedenbrück, ist 28 Jahre alt und von Beruf Immobilien- und Mietverwalter sowie Baubetreuer. Von 30 Stimmen vereinte er bei 4 Nein-Stimmen und einer Enthaltung 25 auf sich.

Winkler kam bereits mit 15 Jahren zu den Jungliberalen. Er lernte den Beruf des Bankkaufmanns, war etliche Jahre selbstständig und kümmert sich heute als Angestellter in der Bauträger-Branche nach eigenen Worten um die Koordination von Handwerkern und dass „am Ende alles gut läuft“.

Bundestagsluft geschnuppert hat er als Praktikant beim ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler (Herford). Winkler will Politik machen für die Menschen im Kreis Gütersloh, die ihn gewählt haben, und keine Berliner Politik. Seine Überzeugung: „Wir sollten die politische Mitte nach vorn bringen und nicht nach irgendwelchen Protestlern suchen.“

 

Landtagswahlkreis 94: Dr. Björn Kerbein (Bielefeld) gehört dem Landtag seit Februar 2015 an und bewirbt sich erneut im Wahlkreis 94 (Altkreis Halle plus Dornberg und Jöllenbeck auf Bielefelder Gebiet). Der 48-Jährige ist selbstständiger Unternehmer (Sportakademie) und wurde mit zehn Ja-Stimmen bei einer Enthaltung nominiert. Kerbein zeigt sich stolz, erneut für die Freidemokraten Verantwortung übernehmen zu dürfen. Die Probleme in NRW hält er für genauso groß wie das Land selbst. Der Fortschritt stecke im Stau, kritisiert er. Ihm missfällt, dass die Polizeibeamten Überstunden vor sich herschieben, „die bis zur Rente mit 60 reichen“. Der Kandidat beurteilt den Kommunal-Soli als unfähiges Instrument zur Finanzierung schwacher Städte.

 

Landtagswahlkreis 95: Rainer Gellermann sitzt im Vorstand der Gütersloher FDP und stellt sich bei der Landtagswahl den Bürgern im Gütersloh, Harsewinkel und Herzebrock-Clarholz (Wahlkreis 95). Der 34-jährige selbstständige Versicherungsmakler wurde mit 25 Ja-Stimmen bei 2 Nein-Stimmen und einer Stimmenthaltung nominiert. Gellermann empfindet sein Antreten für die FDP als Ehre. Berufs-mäßig kommt er mit vielen Mittelständlern zusammen. Er tritt für Bürokratieabbau ein, damit „die Produktivität nicht in den Hintergrund gerät“. Seiner Meinung nach sollte das Unterrichtsfach Wirt-schaft an allen allgemeinbildenden Schulen eingeführt werden. Gellermann appelliert, endlich die Umgehungsstraßen um Friedrichsdorf und Herzebrock-Clarholz zu bauen. Seine Frage: „Wie soll ein Unternehmer investieren ohne ordentlichen Anschluss an die Autobahnen A 2 und A 33?“

 

Landtagswahlkreis 96: Dr. Ulrich Klotz, in Verl als Ratsherr engagiert, wirbt am 14. Mai 2017 für die FDP im Wahlkreis 96 (Langenberg, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Schloß Holte-Stukenbrock und Verl) um Stimmen. Er ist 55 Jahre alt und Pädagoge an der Gesamtschule Verl. Von den Delegierten stimmten 26 für ihn, einer sagte Nein. Die Freiheit des Einzelnen und Verantwortung für die Gemeinschaft sind Maxime von Dr. Ulrich Klotz. Gebürtig aus Ratingen, hat er auf seinem Lebensweg das Rheinland und Westfalen kennengelernt. Bei den Versprechungen in der Bildungspolitik gehe es vielfach um „des Kaisers neue Kleider“, merkt er an. Das Individuum müsse im Mittelpunkt stehen und die Freiheit vor dem Zwang, verlangt der Pädagoge. Der FDP, für die er alles tun werde, damit sie nicht verschwinde, rät er, zu allen anderen Partien kritische Distanz zu pflegen und sich nicht einer Partei bereits im Vorfeld der Wahlen anzubieten. (bit)