Die Glocke "Sportausschuss stimmt für die Sanierung des Stadions"

29.01.2014

Gütersloh (din). Am Ende hat sogar der Sachkundige Bürger der FDP, Volker Ebeling, den Arm gehoben. Einstimmig hat der Sportausschuss am Abend beschlossen, das Heidewaldstadion in den nächsten drei Jahren für knapp 570 000 Euro so zu sanieren, dass es bis zur vierten Fußball-Liga bespielt werden kann.

 

Auf Vorschlag der Verwaltung soll die Summe im Haushalt mit einem Sperrvermerk versehen werden, bis letzte Fragen geklärt sind. Im Dezember hatten sich einige Fraktionen noch nicht dazu durchringen können und wollte erst weitere Antworten.

 

Was die mittelfristig notwendige Sanierung der Stehränge kosten wird, vermochte Dezernent Joachim Martensmeier, der den Beigeordneten Andreas Kimpel bei der von FCG-Anhängern gut besuchten Sitzung im kleinen Saal der Stadthalle vertrat, noch nicht zu sagen. Allerdings waren schon vor der Sitzung die Kosten für einen Rückbau oder Abbruch des Stadions auf mindestens 420 000 Euro, im ungünstigsten Fall sogar das Doppelte beziffert worden. Martensmeier sagte, wenn es kein Signal für die Sanierung gebe, könne es aus baurechtlichen Gründen dazu kommen, dass der Schlüssel umgedreht werden müsse: „Es geht nicht um Verschönerungsmaßnahmen. Es geht nur um Dinge, die gemacht werden müssen, um das Stadion weiter nutzen zu können.“

 

Auch CDU-Fraktionschef Heiner Kollmeyer unterstrich, es gehe nur um Ausgaben, die für den Erhalt des Spielbetriebs notwendig seien. Überdies überstiegen die Abbruchkosten den Erhaltungsaufwand. Die CDU sehe die Investition nicht nur auf den FC Gütersloh bezogen, sondern aufs Stadion, das für andere Nutzer geöffnet werden müsse.

 

„Wir wollen das Stadion nicht zumachen und auch den Schlüssel nicht umdrehen“, sagte SPD-Ratsherr Matthias Trepper. Die im Dezember aufgeworfenen Fragen seien berechtigt gewesen und hätten mit der Unterschriftenaktion die erwünschte Resonanz gezeigt. Wenn Heribert Bruchhagen (Vorstandschef des Bundesligisten Eintracht Frankfurt) für den Erhalt des Stadions unterschreibe, müsse ihn der FCG eigentlich nach einem Benefizspiel fragen. Die SPD wolle eine 100-prozentige Auslastung des Stadions.

 

Heike Horstmann (BfGT) bezeichnete es als „grob fahrlässig“, durch die Schließung von Teilbereichen den Bestand des Stadions zu gefährden. Norbert Bohlmann (UWG) sagte zu den Rückbaukosten: „Wir wollen nicht Geld ausgeben, um dann nichts mehr zu haben.“ „Wir möchten das Heidewaldstadion erhalten“, sagte Ratsfrau Birgit Niemann-Hollatz (Grüne). „Was uns umtreibt, sind die Zuschauerzahlen.“

 

Ein Vertagungsantrag der FDP wurde abgelehnt. Volker Ebeling musste sich von mehreren Seiten harsche Kritik gefallen lassen wegen der Absicht der FDP, einen Ratsbürgerentscheid in die Wege zu leiten. Mehrere Sprecher sahen das als unverhältnismäßig an. Die FDP hatte die Stadionsanierung bisher abgelehnt.