Die Glocke "Kommentar: Ein geschickter Schachzug"

16.08.2014

Von unserem Redaktionsmitglied Gerrit Dinkels


Die FDP ist im Gütersloher Rat auf einen Einzelkämpfer zusammengeschrumpft. Der Rechtsanwalt Florian Schulte-Fischedick wird es nicht einfach haben, sich Gehör zu verschaffen. Stimmrecht hat er nur im Rat, dem Hauptausschuss gehört er mit beratender Stimme an. Gleichwohl ist ihm jetzt ein erster geschickter Schachzug gelungen.

Nach Rücksprache mit der Familie des verstorbenen Gütersloher Ehrenbürgers und langjährigen Stadtdirektors Dr. Gerd Wixforth hat er den Antrag gestellt, eine Straße oder einen Platz nach ihm zu benennen. Das ist ein ehrenwerter Antrag, dem sich die anderen Fraktionen kaum verschließen können und wollen. Denn die Verdienste des „Güterslohers aus Leidenschaft“, wie er sich sah, für die Stadt und ihre Bürger sind unbestritten. Überlegungen soll es auch in anderen Fraktionen schon gegeben haben, nur hat sich bisher noch niemand aus der Deckung gewagt. Es ist für die Dalkestadt auch eher ungewöhnlich, dass jemandem wenige Monate nach seinem Tod posthum diese Ehre zuteil werden soll. Bis heute gibt es in Gütersloh beispielsweise weder eine Reinhard-Mohn- noch eine Rudolf-Miele-Straße. Am Dienstag ist es übrigens schon zehn Jahre her, dass der Unternehmer Miele gestorben ist.

Wixforth hätte sich gefreut, wie die Familie bestätigte. Es wird nun die Aufgabe sein, eine würdige Straße oder einen geeigneten Platz zu finden.