Neue Westfälische "Hebammen den Rücken gestärkt"

22.03.2014

FDP-Landtagsabgeordnete informiert sich in Gütersloh

 

Gütersloh (NW). Über die Arbeit der Hebammen hat sich die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, Susanne Schneider, in der Hebammenpraxis in der Carl-Bertelsmann-Straße in Gütersloh informiert. Begleitet wurde sie vom Gütersloher FDP-Ratsmitglied und Spitzenkandidaten zur Kommunalwahl, Florian Schulte-Fischedick, dem stellvertretenden Ortsvorsitzenden Claudius Weisensee, sowie von ihrem Büroleiter Julius Will.

 

Ebenfalls zu Gast in Gütersloh war die stellvertretende Landesvorsitzende des nordrhein-westfälischen Hebammenverbandes, Barbara Blomeier aus Bielefeld.

 

Blomeier und das Team der Hebammenpraxis um Heike Schmidt machten nach FDP-Angaben auf eine "desolate Haftpflichtsituation" aufmerksam. Die Versicherungsprämien lägen schon jetzt bei 5.000 Euro im Jahr. Zum Vergleich: Vor 30 Jahren konnten sich Hebammen bereits für 80 Euro jährlich versichern. Der Rückzug der Nürnberger Versicherung aus dem Geschäftsfeld der Berufshaftpflicht für Hebammen zum 1. Juli 2015 werde die Lage weiter verschärfen. Europaweit gebe es dann nur noch zwei Versicherungen für Hebammen. Befürchtet wird deshalb ein weiterer Anstieg der Beiträge, was faktisch einem Berufsverbot gleichkomme. Im ganzen Land finden daher in den kommenden Tagen und Wochen Demonstrationen von Hebammen und betroffenen Eltern statt.

 

Susanne Schneider sagte den Gütersloher Hebammen Unterstützung zu. Die FDP-Landtagsfraktion habe einen Antrag erarbeitet, der schon bald im Düsseldorfer Landtag beraten werden soll. Darin fordern die Liberalen unter anderem, dass die Kostensteigerungen der Berufshaftpflichtprämie von den gesetzlichen Krankenkassen gerade mit Blick auf die Gesamtvergütungslage in angemessener Weise ausgeglichen werden, so dass sich die Anzahl der von den Hebammen durchzuführenden Geburten für die Erwirtschaftung der Versicherungsbeiträge nicht sukzessive erhöht. "Das Problem der Hebammen ist erkannt. Die FDP will schnelle und unbürokratische Hilfestellung leisten", so die liberale Gesundheitsexpertin Schneider.

 

Auch Florian Schulte-Fischedick plädierte für die Einrichtung eines Haftungsfonds, der die Risiken abdecke, welche von den Versicherungen nicht oder nur zu unbezahlbaren Konditionen übernommen würden. "Ohne Hebammen können in Deutschland die vorsorgende Betreuung von Schwangeren, die Entbindung und die Nachsorge nicht mehr auf gutem Niveau aufrechterhalten werden. Dies geht zu Lasten der Familien", so Schulte-Fischedick. Hebammen leisteten "einen unverzichtbaren Dienst an der Gesellschaft". Der Hebammen-Beruf dürfe nicht aussterben.