Neue Westfälische "Flugplatz entzweit liberale Parteifreunde"

12.04.2014

FDP-Kreispolitiker legen sich mit Büscher an

 

Kreis Gütersloh (tcg). Zoff unter Parteifreunden: Urheberrechtsverletzung wirft der Vorsitzende der  FDP-Kreistagsfraktion, Michael zur Heiden, seinem Gütersloher Kollegen Wolfgang Büscher vor. Büscher, Fraktionschef der Gütersloher Liberalen, hatte vorgestern ein NS-Museum auf dem Gelände des Flughafens gefordert und weitere Vorschläge zur Nutzung des 344 Hektar großen Areals unterbreitet (die NW berichtete). "Die sind fast wörtlich von uns abgeschrieben", sagt Thorsten Ruppel, sachkundiger Bürger der Liberalen im Kreisumweltausschuss. "Als Lehrer hätte Büscher wissen müssen, dass man das nicht macht." Ruppel habe das Konzept federführend für die  FDP-Kreistagsfraktion entwickelt. "Lächerlich. Ich beschäftige mich seit Jahrzehnten mit dem Thema, habe darüber publiziert, promoviert und meine Ideen auch schon dem Kreisverband vorgestellt", sagt Büscher. 

 

Die Kreistagsfraktion glaubt nicht mehr an einen Gewerbepark an der Marienfelder Straße. Sie will sich der Realität in Gestalt seltener Tier- und Pflanzenarten stellen und denkt über alternative Nutzungen nach. Büscher hingegen will seine Ideen innerhalb eines Gewerbeareals verwirklicht sehen. Und während Büscher die Stadt Gütersloh am Lenker wähnt, können seine Freunde aus der Kreistagsfraktion sich sehr gut die Planungshoheit beim Kreis vorstellen: "Gütersloh kann das alleine nicht, die Stadt ist überfordert", sagt zur Heiden. "Wir vermissen die Ideen und das Tempo", ergänzt Thorsten Ruppel, der von einem kreisweiten Projekt mit überregionaler Ausstrahlung schwärmt. 

 

Auf den Naturflächen wollen die Liberalen einen botanischen Lehrpfad anlegen lassen. In ehemaligen Militär-Gebäuden könnten Unterrichts- und Ausstellungsräume für Schulklassen und ein Besucherzentrum untergebracht werden. Außerdem biete der Flughafen Möglichkeiten, die NS-Geschichte des Kreises aufzuarbeiten. Auch der "Kalte Krieg", der Schutz durch die Britische Armee und die Entwicklung vom Besatzer zum Partner könne dort dokumentiert werden. Ein Kunstprojekt soll einen verbunkerten Hangar entsprechend gestalten. Kinder könnten den "grauen Betonklotz" bunt bemalen. Auch eine Jugendherberge sehen die Liberalen auf dem Areal. Sie sind überzeugt, dass sich ihre Idee rechnet und Arbeitsplätze schafft. 

 

Wolfgang Büscher nennt die Pläne und die Kritik an ihm eine "Katastrophe für den Wahlkampf der FDP".