Neue Westfälische "FDP fordert Bürgerentscheid"

25.01.2014

Liberale wollen Abstimmung übers Heidewaldstadion / Kritik am FC Gütersloh

 

Gütersloh (NW). Die FDP will Entscheidung über die Heidewaldsanierung in die Hand der Bürger legen. Dazu wird Volker Ebeling, Sprecher der FDP-Fraktion im Sportausschuss, am Dienstag einen entsprechenden Vorstoß machen, dem der Rat der Stadt anschließend mit einer Zweidrittel-Mehrheit zustimmen muss. 

 

Wie berichtet, müsste die Stadt 570.000 Euro investieren, um es sicherheitstechnisch auf dem Stand der Viertligatauglichkeit und mit einem Fassungsvermögen von bis zu 10.550 Zuschauern zu erhalten. 

 

Die Befürworter der Sanierung des Heidewaldstadions haben der Bürgermeisterin 1.680 Unterschriften übergeben. "Die Fans haben das Engagement gezeigt, das wir uns vom Verein gewünscht hätten, aber in keinster Form erkennen", sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP, Florian Schulte-Fischedick. 

 

Wenn der Rat dem Bürgerentscheid zustimmen würde, könnte er zusammen mit der Europa- und Kommunalwahl und den Wahlen zum Integrationsbeirat durchgeführt werden. Die Liberalen halten dies nicht nur aus Kostengründen für sinnvoll. Durch eine Zusammenlegung mehrerer Wahlen mit dem Bürgerentscheid könne auch eine hohe Beteiligung garantiert werden. Es gehe es um eine mit öffentlichen Mitteln zu bewirkende Investition in private Infrastruktur, da das Gelände dem Schützenverein gehöre. Erschwerend komme hinzu, dass der Pachtvertrag in vier Jahren auslaufe. "Das ist so, als würde die Stadt Gütersloh einer Privatperson die Sanierung des gemieteten Hauses bezahlen", ergänzt Schulte-Fischedick. Die Liberalen betonen, dass die angestrebte Übertragung der Verantwortung auf die Gütersloher Bürger nicht bedeute, dass die Partei in der Frage keine klare und ablehnende Haltung habe. "Einer vorbehaltlosen Sanierung in der jetzigen Größenordnung können wir nicht zustimmen", so Schulte-Fischedick. 

 

Die Gütersloher FDP vertritt die Ansicht, dass sich der FC Gütersloh, der bislang das Heidewaldstadion fast ausschließlich allein nutzt, mehr für sein Stadion engagieren muss. Dies kann in einem finanziellen, aber auch personellen Beitrag liegen. "Was für den einen recht ist, kann für den anderen nicht schlecht sein" sagt FDP-Ortsvorsitzender Dirk Stockamp und verweist auf das Engagement der Schwimmvereine, die sich beim Neubau des Hallenbades einbringen. "Es gibt einen Verein, der hierzu seine Mitgliederbeiträge erhöht, um den zugesagten finanziellen Beitrag erbringen zu können. Ist es dem FC Gütersloh wirklich unmöglich, einen finanziellen Anteil an den Kosten zu übernehmen oder wenigstens Arbeiten in Eigenleistung zu erbringen?" Darüber hinaus müsse das Heidewaldstadion im Falle einer Sanierung auch für weitere Veranstaltungen und Vereine geöffnet werden. "Es passt nicht zusammen, dass wir für nur maximal 30 Fußballspiele im Jahr so viel Geld ausgeben", so Stockamp.