Neue Westfälische "Fraktionen trennen Supermarkt-Plan vom Gesamtbauvorhaben in Pavenstädt ab"

25.02.2013

Wohnraum hat Vorrang

VON HOLGER KOSBAB

 

Gütersloh. In Pavenstädt, in direkter Nähe zum Kreishaus, soll ein neues Wohnquartier mit Güterslohs erster Klimaschutzsiedlung entstehen. Bestenfalls soll der Bau im Sommer 2013 beginnen. Verzögert werden könnte dies durch die bisher in das Gesamtvorhaben eingebundene Supermarkt-Planung. Um dies zu verhindern, hat der Planungsausschuss entschieden, beide Planungen getrennt voranzutreiben.

 

„Wir möchten, dass da Druck gemacht wird in allen Bereichen“, sagte FDP-Fraktionschef Wolfgang Büscher. Er hatte die Aufsplittung des Bebauungsplans „Auf dem Stempel“ in zwei Teile beantragt, um besonders die Wohnbereiche mit der Klimaschutzsiedlung zügig weiter entwickeln zu können. Mit diesem Antrag ging die FDP über eine Anfrage hinaus, die die SPD bereits am 17. Januar im Planungsausschuss gestellt hatte. Die SPD bezog sich damals darauf, dass die Planung für die Wohnbebauung „eigentlich fertig und beschlussreif“ sei und nur noch auf ein Gutachten zum Einzelhandelsstandort gewartet werde. Um Zeit zu sparen, schlug auch die SPD die Teilung der Bebauungspläne vor. Sein grundsätzliches Okay hatte der Planungsausschuss bereits im Dezember 2011 gegeben.

 

Bis auf die BfGT (Andreas Müller) unterstützten alle Fraktionen die Plan-Zweiteilung. „Es ist sinnvoll, dass wir das trennen und den Teil, den wir schneller machen können, schneller machen“, sagte Thomas Krümpelmann (SPD). Ziel müsse es sein, die Wohnbebauung zügig voranzutreiben und zugleich den geplanten Markt nicht aufzuhalten, sagte Raphael Tigges (CDU). Gegenüber der Einzelhandels-Entwicklung in Friedrichsdorf oder Avenwedde hinke das Tempo in Pavenstädt hinterher, erkannte Norbert Bohlmann (UMG). Und das, obwohl Pavenstädt laut Einzelhandelskonzept der einzige Ort sei, an dem in Gütersloh ein Lebensmittelmarkt fehle.

 

Als Grund für die Verzögerung bei der Einzelhandels-Entwicklung nannte Stadtplaner Michael Zirbel den „Wechsel eines Vorhabentreibers“ und dass die Stadt bei Interessenten unterschiedliche Ansprechpartner habe. Zudem solle Pavenstädt einen ansprechenden SB-Markt bekommen. Erschwerend hinzu gekommen sei eine Stellungnahme der Bezirksregierung: Demnach sei der geplante Einzelhandel zu groß. Zugleich lägen der Stadt noch keine konkrete n Markt-Entwürfe vor.

 

Auskunft über die Größe und Verträglichkeit innerhalb des Gütersloher Einzelhandelskonzept soll nun ein Gutachten geben. Erwartet werde dies für Ende März, sagte Zirbel. Die Stadt hatte das beauftragte Fachbüro gewechselt, nachdem es nicht geliefert hatte. Hinter dem Ergebnis – ist die Einzelhandelsfläche passend oder zu groß – stehe ein großes Fragezeichen. Und letztlich entscheide der Markt, ob überhaupt ein Markt gebaut werde oder nicht. Laufe alles bestens, dann sei der mögliche Satzungsbeschluss für einen Gesamtbebauungsplan im September möglich, sagte Zirbel. Bei einer Zweiteilung könne die Wohnbebauung im Juli reif sein für die Satzung. Dies reichte der Politik als Argument.