Friedrichsdorfer Ortsumgehung steht im Stau

15.01.2013

(Gütersloh, von Carsten Biermann) Bürgerinitiative beklagt fehlende Gesprächsbereitschaft der Senner SPD / Vier Termine abgesagt

 

Die Bürgerinitiative „Pro Umgehungsstraßen“ in Friedrichsdorf kommt keinen Meter vorwärts. Seit Anfang 2012 bemüht sie sich um ein Gespräch mit der Senner SPD. Drei Termine hat der Ortsvereinsvorsteher Andreas Burggräf aus verschiedenen Gründen im vergangenen Jahr abgesagt. Zuletzt schlug die Initiative den 9. Januar vor – und bekam noch nicht einmal eine Antwort. Sie ist sich inzwischen sicher, dass die Partei einen Fortschritt bewusst blockiert.

 

„Die SPD Senne hat kein Interesse an einem Bau der Umgehungsstraße“, sagt Stefan Tölke, Sprecher der Bürgerinitiative. Obwohl die Ortsgruppe keine Entscheidungsgewalt hat, geht er davon aus, dass sie im rot-grün regierten Bielefeld großen Einfluss auf ihre Parteigenossen ausübt. So habe laut Tölke die SPD-Ratsfraktion eine Kompromissbereitschaft signalisiert.

 

Streitpunkt sind einige hundert Meter, die die geplante Trasse im Bereich Windelsbleiche durch Senner Gebiet führt – und hier muss Bielefeld die Zustimmung geben, ehe das Land bauen darf. Den fehlenden Konsens zwischen Bielefeld und Gütersloh nannte die Landesregierung Ende 2011 als Hauptgrund, um die Ortsumgehung von der Prioritätenliste zu streichen. „Alle Prognosen waren eigentlich positiv“, sagt Tölke. Beim Vergleich von Pro- und Contra-Argumenten sieht er den Zwist als schwächste Erklärung. „Es ist nicht im Sinne des Gemeinwohls, wenn auf diese Weise eine Landesstraße verhindert wird“, sagt er.

 

SPD-Mann Burggräf weist auf Nachfrage der NW die Vorwürfe von sich, seine Partei habe die Termine mit Vorsatz abgesagt. „Es macht grundsätzlich Sinn, sich über das Thema zu unterhalten“, sagt er. Es habe immer Gründe gegeben, warum die Termine geplatzt seien. Unter anderem sollten die SPD-Landtagsabgeordneten Georg Fortmeier, Regina Kopp-Herr und Hans Feuß mit am Tisch sitzen. „Und das ist bei ihrer knappen Zeit nicht so einfach“, sagt Burggräf. Gleichwohl räumt er ein, dass die Mehrheit der Senner gegen die Umgehungsstraße sei: „Durch die A 33 sind wir schon genug gebeutelt.“

 

Eine Komponente verärgert Tölke besonders: Er wähnt einen Zusammenhang mit der Personalie Andreas Kimpel. Während des Gezerres sei das Gerücht kursiert, die Bielefelder SPD würde der Umgehung zustimmen, wenn Gütersloh den Dezernenten ziehen lässt. „Wir sind zu einem Spielball der Politik geworden“, klagt Tölke. Kimpels Ortswechsel ist geplatzt, der Graben zwischen den beiden Nachbarstädten größer geworden. Die Hoffnung der Friedrichsdorfer, dass künftig weniger Verkehr durch ihr Dorf fließt, hat damit einen weiteren Dämpfer bekommen.