Westfalen-Blatt "Neujahrsempfang des Kreisverbandes in Borgholzhausen"

05.02.2013

Kreis Gütersloh (anb). FDP-Kreisvorsitzender Michael Böwingloh traut den Liberalen durchaus ein zweistelliges Ergebnis bei der Bundestagswahl im September zu. Gestärkt von drei guten Landtagswahlen könne man auch auf Bundesebene selbstbewusst antreten.

 

So lautete seine Botschaft am Sonntag beim Neujahrsempfang des Kreisverbandes in Borgholzhausen. »Wir haben hervorragende Wahlchancen, wir werden sie nutzen«, sagte er vor 70 Gästen aus dem ganzen Kreisgebiet und Bielefeld.

Ehrengast war Johannes Vogel, junger Bundestagsabgeordneter aus dem Olpe-Märkischen Kreis und mit 30 Jahren in seiner ersten Amtszeit schon arbeitsmarktpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Es scheint, als habe der Wahlkampf schon begonnen. Fraktionschef Rainer Brüderle und die derzeitige Sexismus-Debatte jedenfalls spielten gestern kaum eine Rolle, Michael Bövingloh sagte: »Wenn es denn so war, dann war es nicht mehr als eine Peinlichkeit.« Die ganze Diskussion, stellenweise durchaus berechtigt, sei hochgepuscht worden, um den Kandidaten zu beschädigen. Viel lieber blickt die FDP auf das hervorragende Ergebnis bei der Landtagswahl in Niedersachsen.

»Ich habe in Osnabrück Straßenwahlkampf mitgemacht, und da gab es so viel Sympathie und Zuspruch für uns, dass ich mir Prognosen von nur vier bis fünf Prozent gar nicht erklären konnte«, sagt Bövingloh. Mit 9,9 Prozent habe er aber nicht gerechnet. Und auch die Wahlen in NRW und Schleswig-Holstein 2012 gäben ihm die Zuversicht für die Bundestagswahl am 22. September.

Der Gast aus dem Sauerland verdeutlichte, welches liberale Potential er im Land sieht und warum die FDP selbstbewusst argumentieren kann. Als ein Schwerpunktthema des Wahlkampfes sieht Johannes Vogel die öffentlichen Finanzen. Steuererhöhungen, wie sie die Opposition fordert, verwirft Johannes Vogel. Denn allein schon die Grundannahme von SPD, Grünen und Linken, der Staat nehme zu wenig Geld ein, sei falsch. »Deutschland hat Rekordeinnahmen verzeichnet in den vergangenen Jahren. Das Problem ist, dass der Staat immer neue Aufgaben und Ausgaben erfunden hat.« Die rot-grüne Landesregierung nannte er als Negativbeispiel dafür.