Neue Westfälische ''Aufgalopp der Kandidaten''

26.11.2013

Sechs Monate vor der Kommunalwahl basteln die Parteien an ihren Listen

Von Rainer Holzkamp

 

Gütersloh. Ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl bringen die heimischen Parteien ihre Kandidaten Stellung. Weit vorn liegt - terminlich betrachtet - die SPD. Die Sozialdemokraten wollen schon am kommenden Donnerstag ihre Reserveliste beschließen. Eine Antwort auf die spannende Frage, wer 2015 als neuer Kandidat fürs Bürgermeisteramt antritt, gibt die Aufstellung indes nicht. Auch die CDU hält sich an der Stelle weiter bedeckt.

Denn sowohl bei der CDU als auch bei der SPD wird die Liste von den amtierenden Fraktionsvorsitzenden angeführt. Heiner Kollmeyer (57) hat zwar seine Bereitschaft erklärt, an der Spitze der heimischen Christdemokraten in den Wahlkampf zu ziehen - aber für das Amt des Stadtoberhaupts ein Jahr später steht nach eigener Aussage nur dann zur Verfügung, falls sich kein anderer Kandidat finden lässt.

Auch Thomas Ostermann (60) macht's noch einmal. Der SPD-Fraktionsvorsitzende, der ebenfalls keine Ambitionen hat, die 2015 abtretende Bürgermeisterin Maria Unger als neuer Kandidat zu beerben, führt die Liste vor Ann-Kathrin Brambrink an, die einen gewaltigen Sprung nach vorn machen soll - von Platz 13 vor vier Jahren auf Rang 2. Die 40-jährige Rechtsanwältin spielt parteiintern inzwischen eine immer wichtigere Rolle, wurde unlängst neue Geschäftsführerin des SPD-Kreisverbands Gütersloh und des Unterbezirks Bielefeld, außerdem ist sie Vorsitzende des Ortsvereins Gütersloh.

Auf Rang 3 soll bei der Wahl am 25. Mai der stellvertretende Bürgermeister Matthias Trepper (45) für die SPD ins Rennen gehen. Als Stadtverbandschef zieht er die Fäden bei der Wahlvorbereitung. Dabei gehe es auch darum, Quote und Proporz der einzelnen Ortsverbände bei der Platzverteilung zu berücksichtigen.

Wie sein CDU-Pendant Raphael Tigges (40) auf Anfrage mitteilte, steht die Rangfolge hinter Kollmeyer noch nicht fest. Die Entscheidung falle in der Mitgliederversammlung des Stadtverbands am 28. Januar. Tigges kündigte ein "gutes und gemischtes Personaltableau" an. Alle Wahlkreise seien besetzt.

Bei der Kommunalwahl im Jahr 2009 hatte die CDU sämtliche 22 Direktmandate geholt. "Das ist diesmal wieder unser festes Ziel", sagte die Vorsitzende des Ortsvereins Gütersloh, Marita Fiekas.

Die Grünen, die vor vier Jahren erneut als drittstärkste Kraft in den Rat einzogen, haben sich personell noch nicht festgelegt. Die Kandidaten werden laut Geschäftsführer Christian Wieda in einer Mitgliederversammlung im Januar benannt.

Die BfGT trete voraussichtlich mit der bekannten Mannschaft an, so Vorsitzender Norbert Morkes. Er rechnet sich gute Chancen dafür aus, dass sein Verein "diesmal die 10-Prozent-Marke knackt". Grund für seine Hoffnung: Das Ausbleiben internen Querelen und Negativ-Schlagzeilen. "Alles läuft stabil."

Mehr Veränderungen sind bei der FDP zu erwarten. Fraktionsvorsitzender Wolfgang Büscher, seit langem Zugpferd der heimischen Liberalen, hat schon vor geraumer Zeit seinen Rückzug aus der Spitze angekündigt. Mit 60 sei es an der Zeit, dass Jüngere ans Ruder kommen. So soll Florian- Schulte-Fischedick (Jahrgang 1981) auf dem Wahlparteitag am 30. Januar als Spitzenkandidat nominiert werden.

Auch auf den folgenden Plätzen sind Wechsel geplant. Ortsverbandsvorsitzender und Ratsherr Dirk Stockamp (41) sagte gestern der NW, er wolle aus privaten und beruflichen Gründen nicht wieder für einen der vorderen Ränge kandidieren, um etwas mehr Zeit für die Familie zu haben. Sein Stellvertreter soll auf Listenplatz 2 und Schriftführerin Heike Schlüter auf Platz 3 vorrücken.

Die UWG, die zuletzt auf 2,7 Prozent der Stimmen kam, hält die Zahl der bisherigen Ratsmandate für "ausbaufähig". Mit welchem Team die Wählergemeinschaft antreten wird, soll sich nach einem Treffen der eigens zur Wahlvorbereitung eingesetzten Arbeitsgruppen (11. Januar) entscheiden.

Noch keine Aussage haben die Linken getroffen. Durch den Übertritt von Ratsherr Karl Koch 2012 zur SPD ist ihnen Fraktionsstatus verloren gegangen und Manfred Reese seither Einzelkämpfer im Rat.