Neue Westfälische "Ausschuss votiert gegen Discounter-Pläne"

12.10.2013

Neuansiedlung in Friedrichsdorf vorerst vom Tisch

 

Gütersloh (tcg). Obwohl gutachterlich geklärt ist, dass ein weiterer Nahversorger in Friedrichsdorf Sinn ergibt, stimmen CDU, Grüne und UWG im Planungsausschuss gegen die Ansiedlung eines Discounters auf dem Gelände der alten Ziegelei an der Friedrichsdorfer Straße. Auch die alternativen Standorte an der Avenwedder Straße soll die Verwaltung nicht weiter verfolgen. 

 

Raphael Tigges (CDU) hält das Gelände der alten Ziegelei (Netto) für einen "Schandfleck" und für eine gewerbliche Entwicklung besser geeignet. Er setzt auf Firmen, die sich in Friedrichdorf vergrößern wollen. Auch der Standort am Kreisverkehr (Lidl) sei "suboptimal", nachdem die Verwaltung ihn zunächst favorisiert habe. Tigges wünscht sich von der Verwaltung mehr "Zuverlässigkeit" bei der Planung, damit potenzielle Investoren nicht abgeschreckt werden. 

 

Stadtbaurat Henning Schulz hält ihm entgegen, dass es nicht seine Vorstellung von Stadtplanung sei, dass eine Discounterhalle das erste sei, was man sehe, wenn man nach Friedrichdorf komme. Tigges betont, mit dem Beschluss sei das Thema Discounter "nicht tot". Die Verwaltung möge nach einem anderen Standort suchen. Für Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) ist es nicht notwendig den "Einkaufskomfort" in Friedrichsdorf zu steigern. Mehr lasse sich aus dem Gutachten nicht herauslesen. Das Dortmunder Büro Stadt und Handel kommt zu dem Ergebnis, dass ein Lebensmitteldiscounter sich tragen würde, wenngleich mit Umsatzumverteilungen aus Friedrichsdorf, Avenwedde-Bahnhof und Windflöte zu rechnen sei. Friedrichsdorf brauche zur Nahversorgung den Discounter nicht, sagt Niemann-Hollatz. Laut Gutachten liegen die Vorteile eines zusätzlichen Discounters eher in der Verbesserung des Einkaufskomforts und in der Verbesserung und Erweiterung der Angebotssituation. 

 

Wolfgang Büscher ( FDP) betont, dass das Zentrenkonzept der Stadt keine Satzung sei und vom Ausschuss auch unterlaufen werden könne. Büscher verspricht sich von der Ansiedlung "mehr städtisches Leben" in Friedrichsdorf. Stadtbaurat Henning Schulz warnt die Politik davor, das Zentrenkonzept zu ignorieren. Das eröffne Investoren dann Tür und Tor, weil die dann davon ausgingen, dass man es in Gütersloh ruhig einmal versuchen könne. 

 

Gemeinsam mit der FDP beauftragt die Plattform Plus die Verwaltung, auf dem Gelände der alten Ziegelei eine gewerbliche Nutzung anzustreben. SPD, BfGT und FDP befürworten dort den Discounter.