Westfalen Blatt "Politik setzt mehrheitlich auf die Gebrüder Böning"

23.08.2013

Verhandlungsauftrag zur Weberei

 

Gütersloh (din). Die beiden Brüder Steffen (39) und Tim Böning (37) erhalten aller Voraussicht nach mit ihrem Konzept „Bürger-Kiez“ den Zuschlag für die Weberei. Die Fraktionen haben nach ihren Sitzungen in dieser Woche der Verwaltung und dem Insolvenzverwalter Jochen Schnake mehrheitlich empfohlen, Gespräche mit den beiden gebürtigen Güterslohern zu führen.

 

Die Bönings auf Platz eins gesetzt haben CDU, Grüne, FDP und UWG. SPD und BfGT wollen sich noch nicht festlegen.

 

„Der hohe Grad der Professionalität des Konzepts“ hat nach den Worten des kulturpolitischen Sprechers Wilko Wiesner die CDU überzeugt. Das beziehe sich sowohl auf die Gastronomie als auch auf den kulturellen Bereich. Die Bönings hätten die Marktlücke für die Weberei in der Region beschrieben und dargelegt, wo sie Ansätze für eine Umsatzsteigerung sehen, die das Ganze tragen soll. Es könnten aber immer noch Hindernisse auftreten wie die Konditionen für das Mietverhältnis mit der Stadt und die Art und Weise der Betriebsfortführung. Wiesner sprach von einem objektiven Auswahlverfahren und einem „richtigen Ergebnis“.

 

„Uns hat die Bewerbung wirklich überzeugt“, erklärte Grünen-Fraktionssprecher Marco Mantovanelli in einer Mitteilung. „Uns erscheint das Konzept der Böning-Brüder in der inhaltlichen Ausrichtung und der kaufmännischen Fundierung sehr stimmig.“ Es stelle eine gute Basis dar, um eine in Zukunft erfolgreich aufgestellte Weberei zu betreiben.

 

„Wir sind pro Böning. Sie haben das professionellste Konzept, das dauerhaft Stabilität in die Weberei bringt“, sagte FDP-Ratsherr Florian Schulte-Fischedick der „Glocke“. Der soziokulturelle Bereich lasse sich nur über eine professionelle Gastronomie finanzieren. Da habe der Bielefelder Gastronom Andreas Oehme als Partner überzeugt. Die Bönings gingen die Sache „mit Herzblut“ an, „das ist keine Eintagsfliege. Denen liegt etwas daran und sie verstehen ihr Handwerk“, sagte Schulte-Fischedick.

 

Ähnlich äußerte sich UWG-Ratsherr Norbert Bohlmann: „Hochprofessionell und begeisternd“ sei die Vorstellung gewesen. Sie seien auch am tiefsten in die Gebäudethematik eingestiegen. Von ihnen aufgestellte Forderungen träfen auf alle – im übrigen sehr gute – Bewerber zu.

 

SPD-Fraktionschef Thomas Ostermann sagte, „wir wollen nichts übers Knie brechen“. Seine Fraktion habe zu jedem Konzept eine Reihe von Fragen. „Wir können uns noch nicht entscheiden und wollen noch einmal mit den Bewerbern sprechen.“ Eine leichte Präferenz gebe es für die Gruppe um Matthias Kirchhoff, aber das sei eine Momentaufnahme. Der Förderverein der Weberei werde womöglich eine Info-Veranstaltung machen. Notwendig sei eine öffentliche Diskussion. Die BfGT sehen sich noch nicht in der Lage zu einer Entscheidung, weil es nachträglich gestellte Forderungen der Brüder Böning gebe, über die zu sprechen sei.