Neue Westfälische ''Mehrheit setzt Stadthallensanierung durch"

26.06.2012

Für die Stadthalle werden neun Millionen Euro zur Verfügung gestellt / Kleine Fraktionen vermissen Fakten

 

VON RAINER HOLZKAMP

 

Gütersloh. Die Entscheidung ist gefallen: Ab dem kommenden Jahr wird die Stadthalle für maximal neun Millionen Euro gründlich saniert und technisch sowie energetisch auf den neuesten Stand gebracht. Das hat die Mehrheit aus CDU und SPD gestern Abend durchgesetzt. Die kleinen Fraktionen von BfGT, FDP, Linken und UWG, die sich nicht ausreichend informiert fühlten und vehement protestierten, stimmten dagegen. Die Grünen enthielten sich.

 

Vorausgesetzt, der Finanzausschuss und der Rat folgen ebenfalls dem Empfehlungsbeschluss der Verwaltung, gilt folgender Zeitplan: Im kommenden und dem darauf folgenden Jahr wird für rund 5,2 Millionen Euro das Innere der Stadthalle erneuert. Auch soll der Haupteingang zur Theaterseite hin verlegt werden. Dies ist laut Stadtbaurat Josef E. Löhr die einzige gravierende Veränderung in der räumlichen Struktur. „Alles andere bleibt im Wesentlichen so wie bisher.“

 

Ab dem Jahr 2015 wird der Umbau für drei Jahre – zugunsten des Neubaus der Berufsfeuerwehr – unterbrochen. Erst in den Jahren 2018/2019 soll für 3,5 Millionen Euro die Fassade saniert werden.

 

Zwei Umstände haben dazu geführt, dass die Investitionssumme von ursprünglich 10 auf 9 Millionen gesenkt werden konnte: Zum einen waren die Baunebenkosten zunächst deutlich zu hoch angesetzt. Zum anderen müssen für den Umbau der Küche lediglich 250.000 statt 750.000 Euro ausgegeben werden. Grund: Der neue, noch nicht genannte Pächter wird sich aller Voraussicht nach auf das Catering-Geschäft konzentrieren und benötigt daher eine wesentlich geringere Ausstattung als Olaf Sieweke, der seinen Pachtvertrag nicht verlängert hat. Das bedeutet: Ein Restaurant wie die „Sinfonie“ wird es künftig nicht mehr geben. „Zumindest übergangsweise“, wie der kaufmännische Leiter Ralph Fritzsche einschränkte.

 

Die kleinen Fraktionen scheiterten mit ihren Anträgen, die Entscheidung zu vertagen und eine Arbeitsgruppe einzurichten, die sich mit der Zukunft der Stadthalle intensiv befasst. Erst müssten die Inhalte klar sein, dann könne über die Investition entschieden werden, sagte Norbert Bohlmann (UWG).

 

Verlief die Debatte, die lange um das Thema Brandschutz kreiste, zunächst zwar kontrovers, aber sachlich, heizte sich die Atmosphäre immer mehr auf. Wolfgang Büscher (FDP) vermisste am Ende bei der Verwaltung Seriosität im Umgang mit Zahlen, sah stattdessen eine „grobe Forke“.

 

Auch Norbert Morkes (BfGT) ließ nicht locker. Es gehe nicht darum, das gesamte Projekt zu verhindern. Es sei aber sein gutes Recht, mehr Transparenz zu fordern. Er erwarte genaue Erläuterungen, welche Ausgaben wofür getätigt werden sollen. Da diese Angaben fehlten, widerspreche der Beschluss der Gemeindeordnung und müsse beanstandet werden, so Norbert Bohlmann.

 

Sowohl Wilko Wiesner (CDU) als auch Eckhard Möller (SPD) ließen schnell erkennen, dass ihre Fraktionen nicht bereit waren, den Beschluss weiter hinaus zu zögern. „Wir wollen, dass die Stadthalle auch künftig eine Chance hat, auf dem Markt zu bestehen. Mit der geplanten Revitalisierung kann das Ziel erreicht werden. Das haben sämtliche Untersuchungen gezeigt“, so Wiesner. Das fand auch Möller und forderte von den anderen Fraktionen: „Geben Sie sich einen Ruck!“