Neue Westfälische "Stadtbibliothek"

13.03.2012

»Gütersloh muss Stadt des Buches bleiben«

 

Antrag: SPD, BfGT, FDP und Linke sehen Bibliothek gefährdet

Von Carsten Borgmeier

 

Gütersloh (WB). Die Fraktionen von BfGT, SPD, FDP und Linke im Gütersloher Rathaus sehen die Stadtbibliothek spätestens im Jahr 2015 in die Insolvenz rutschen. Daher fordern sie in einem Antrag für den am Dienstag tagenden Finanzausschuss, dass die 2010 gefassten Sparbeschlüsse aufgehoben werden sollen. 

 

Mit diesem Antrag wollen die Absender der Mehrheit aus CDU, Grünen und UWG »die Hand reichen«, um »fundamentale Probleme der nächsten Jahre« zu vermeiden. Gütersloh müsse weiterhin »die Stadt des Buches« bleiben und dürfe deshalb die Bibliothek an der Blessenstätte nicht vor die Wand laufen lassen, betonten Vertreter der Fraktionen am Freitag.

»Die mittelfristige Planung für die Stadtbibliothek bemisst bei Umsetzung der vor zwei Jahren beschlossenen, weiteren Einsparungen die Deckungslücke für 2014 auf 214 300 Euro, für 2015 auf mehr als 300 000 Euro«, heißt es unter anderem in dem Schreiben. Die aktuelle Beschlusslage treibe die Stadtbibliothek in die Zahlungsunfähigkeit. Eine Insolvenz dürfe es jedoch nicht geben. Um den Bestand zu sichern und einen drohenden Bankrott abzuwenden, müssten die Zuschüsse auf dem Niveau des Jahres 2013 fortgeführt werden. Ursprünglich belief sich der jährliche Zuschuss von der Stadt auf fast zwei Millionen Euro. Dass CDU, UWG und Grüne (»Plattform Plus«) bislang an den Sparmaßnahmen festhalten wollen, bezeichnete beispielsweise Ludger Klein-Ridder (Linke) als »völlig unflexibel«. 

Heiner Kollmeyer von der CDU verwies im Hinblick auf den Antrag auf den Beschluss vom 20. Februar im Bildungsausschuss, wonach es eine Insolvenz der Stadtbibliothek nicht geben werde. »Bis 2014 bleibt noch Zeit. Wir wollen abwarten, wie sich die finanzielle Situation der Stadt entwickelt und jetzt keine Schleusen öffnen.«