Neue Westfälische "Modellschule Nord"

13.06.2012

Politik bejaht die Modellschule

Richtungsweisender Beschluss im Bildungsausschuss

 

Gütersloh (ost). Die „Modellschule 1 bis 10“ im Gütersloher Norden rückt näher. Die Politiker im Bildungsausschuss stimmten gestern den Plänen für die Gründung einer solche Schule grundsätzlich zu. Der Beschluss fiel ohne Gegenstimme. Eine endgültige Entscheidung ist damit noch nicht getroffen, allerdings hat die Stadtverwaltung nun grünes Licht, das weitere Verfahren voranzutreiben.

 

Die Politiker sahen vor allem die Chancen auf längeres gemeinsames Lernen, die der Unterricht von der 1. bis zur 10. Klasse an einer Schule ermögliche. Wie berichtet, ist dafür die Zusammenführung von Grundschule Neißeweg, Hauptschule Nord und Freiherr-vom-Stein-Realschule vorgesehen. Um zum Schuljahr 2013/14 an den Start gehen zu können, reicht ein Beschluss im September.

 

In den nächsten Tagen sind drei Informationsveranstaltungen für Eltern vorgesehen, anschließend eine Elternbefragung. Nach einer weiteren Beratung im Bildungsausschuss soll der Stadtrat am 7. September die endgültige Entscheidung treffen.

 

„Wir, die Schulträger und die Schulaufsicht, sind davon überzeugt, den richtigen Vorschlag zur richtigen Zeit zu machen“, warb der Gütersloher Schuldezernent Joachim Martensmeier gestern erneut für das Modell. Entgegen früherer Angaben sei das Land NRW zwar nicht in der Lage, bis Mitte Juni die konkreten Vorgaben für die Teilnahme am Modellprojekt mitzuteilen – das werde wohl noch zwei bis drei weitere Wochen dauern –; allerdings sei der straffe Zeitplan, den sich die Stadt gesetzt habe, dadurch nicht gefährdet.

 

Für die SPD sagte ihr schulpolitischer Sprecher Martin Goecke, die Modellschule komme dem Wunsch von immer mehr Eltern nach, längeres gemeinsames Lernen zu ermöglichen und die Entscheidung über die Schullaufbahn möglichst lange offen zu halten. Auch die CDU, so Monika Paskarbies, halte es für richtig, das Verfahren voranzutreiben. Freilich seien noch einige Fragen offen, etwa jene, wie sich das Konzept einer Stadtteilschule mit dem einer Modellschule, die über den Stadtteil hinaus weise, miteinander vertrage.

 

Für die BfGT, die sich nach Worten von Chris Ziegele eine frühere Einbindung der Politik gewünscht hätte, stellt sich die Frage nach dem „Mehrwert“ der Modellschule. Die Stadt müsse dies noch deutlicher herausarbeiten – ein Punkt, den auch Volker Ebeling (FDP) und Barbara Brand (UWG) aufgriffen. Die Linke in Person von Ludger Klein-Ridder sagte, sie halte das Konzept „Eine Schule für alle“ für richtig. Am besten sei es, dieses Konzept gesamtgesellschaftlich auszuweiten und zudem lieber gleich eine Gesamtschule einzurichten. Für die Grünen sagte Bernd Nickella, er habe schon vor zwei Jahren angeregt, über eine Gemeinschaftsschule für Gütersloh nachzudenken. Das sei damals zunächst nicht weiter verfolgt worden. Die Grünen, so Nickella, hegten große Sympatie für die nun geplante Modellschule.