Neue Westfälische "Stadt will weiter Gewerbe am Flugplatz"

25.02.2012

Planungsausschuss stimmt für Flächenkonzept – und gegen ablehnende Haltung der Bezirksregierung

VON HOLGER KOSBAB

 

Gütersloh. Die Stadt Gütersloh geht auf Konfrontationskurs mit der Bezirksregierung in Detmold. Obwohl diese ein Konzept für eine rund 30 Hektar große Gewerbefläche im südöstlichen Bereich des Flugplatzes an der Marienfelder Straße ablehnt (die NW berichtete), setzt die Verwaltung die eingeschlagene Richtung fort. Mit den Stimmen von CDU, SPD, Grünen und UWG stärkte der Planungsausschuss der Stadt gestern Abend mehrheitlich den Rücken.

 

„Es ist das, was wir vor zwei Jahren beschlossen haben“, sagte Thomas Krümpelmann (SPD). „Und wenn wir das südöstlich der Marienfelder Straße machen, haben wir die Anbindung an den Flugplatz.“ So sei man nach dem Abzug der Briten bereits am Rande der Konversionsflächen, auf denen dann weiter Gewerbe entwickelt werden könne.

 

Da der Hüttenbrink die einzige realistische Option für ein kurzfristiges Gewerbegebiet sei (siehe Zweittext), müssten die Planungen für den Bereich am Flugplatz fortgesetzt werden, sagte Silva Schröder (CDU). „Es wird jetzt Zeit, dass ganz, ganz zügig was passiert und die Stadt weiterentwickeln kann.“

 

Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) kann nicht verstehen, weshalb sich Detmold erst so lange nicht gemeldet und nun diese kritische Haltung zu den Gütersloher Planungen am Flugplatz habe. Die Stadt orientiere sich am 2010 beschlossenen Gewerbeflächenkonzept. In Gesprächen mit der Bezirksregierung und der Staatskanzlei in Düsseldorf müsse abgeklärt werden, ob man nicht sogar frühzeitig auf den Flugplatz könne. Zugleich kündigte sie für die nächste Sitzung einen Antrag an, mit dem sich Gütersloh von der Option einer möglichen – und umstrittenen – Wiederaufnahme des zivilen Flugverkehrs verabschiede.

 

Einen „geraden Weg“ der Bezirksregierung vermisst Norbert Bohlmann (UWG). Nach Gesprächen in Detmold brachten die beiden Fraktionschefs Wolfgang Büscher (FDP) und Norbert Morkes (BfGT) eine neue Perspektive in die Runde. Beide hatten sich über Möglichkeiten erkundigt und gehört, dass das Land plane, zukünftig nur noch interkommunale Gewerbegebiete zu genehmigen. Zugleich seien Konversionsflächen bevorzugt zu behandeln, sagte Büscher. Details gebe es aber erst, wenn der Landesentwicklungsplan stehe. „Ich weiß nicht, ob wir uns mit der Bezirksregierung anlegen sollten“, sagte Morkes. Er scheiterte mit einem Antrag, in dem er die Aufgabe der Planungen am südöstlichen Teil des Flugplatzes und Planungen für gemeinsame Gewerbeflächen mit Harsewinkel forderte.

 

Manfred Reese (Linke) stimmte der ablehnenden Haltung der Bezirksregierung zu, solange der konkrete Zeitpunkt des Briten-Abzugs nicht klar sei.