Neue Westfälische "City-Tower"

31.08.2012

Steiner muss City-Tower-Pläne wieder einrollen

Planungsausschuss schließt sich mit einem klaren Nein dem Vorschlag der Stadtverwaltung an

 

Gütersloh (hko). Die Pläne für einen City-Tower am Büskerplatz sind Geschichte. Durch das mehrheitliche Nein im Planungsausschuss muss Investor Johannes Steiner seine Idee eines achtgeschossigen Baus mit Luxus-Eigentumswohnungen und einer Dachterrasse ad acta legen. Er selbst nannte dies in einem Interview „begraben“.

 

Bis auf die für die Pläne stimmende FDP und die sich enthaltende UWG stimmten alle Fraktionen dagegen: Damit schlossen sie sich der deutlichen Bewertung der Verwaltung an, die den Bau städtebaulich als „unverträglich“ beschrieben hatte. Stadtbaurat Josef E. Löhr erklärte jedoch, mit Steiner über alternative Standorte für ein Bauprojekt gesprochen zu haben wie Barkeystraße oder Stohlmannplatz.

 

Als an der geplanten Stelle überhaupt nicht vorstellbar, viel zu groß und die Umgebung stark beeinträchtigend, kritisierte Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) Steiners Pläne. Thomas Krümpelmann (SPD) könnte sich einen solchen Bau auch an keiner anderen Stelle in der Stadt vorstellen. Stattdessen favorisiert er am Büskerplatz die bereits vorgestellte Gestaltung mit Grünflächen. Da diese Pläne im Planungsausschuss am 24. Mai aber nur kurz erläutert wurden, verständigte sich die Fraktionen gestern darauf, diesen Teil auf die nächste Sitzung zu vertagen. Da von den Kosten von 230.000 Euro zwei Drittel als Zuschuss vom Land kommen und fristgebunden sind, ist eine baldige Entscheidung nötig.

 

Auch der CDU war der Luxusbau zu hoch. Er kommuniziere nicht mit der umgebenden Bebauung, sagte Silva Schröder. Sie betonte jedoch, dass ihre Fraktion nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung am Büskerplatz ist, diese sei vielleicht als fünfgeschossige und abgewandelte Variante denkbar. Städtebaulich sei „eine Art Eingangstor“ zur oberen Berliner Straße sinnvoll. Der Platz mit seiner historischen Bedeutung könne in die Baupläne integriert werden.

 

„Gütersloh ist nicht Frankfurt“, sagte Manfred Reese (Linke). „Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum, keine Luxuswohnungen.“ Nach genauer Abwägung würden die Nachteile des City-Tower-Baus eindeutig dominieren, sagte BfGT-Fraktionschef Norbert Morkes.

 

Lediglich Wolfgang Büscher (FDP) hatte dem City-Tower stimmliche Rückendeckung gegeben. Es wäre eine Aufwertung gewesen für einen seit Jahren „verkümmerten“ Platz. Norbert Bohlmann (UWG) habe das Projekt „persönlich sehr begrüßt“. Aus seiner Fraktion und der Bürgerschaft hätte ihm jedoch starker Wind entgegen geweht. Und ohne „die Bürger sei so etwas nicht umzusetzen“.