Neue Westfälische "Fraktionen lehnen City-Tower nach Investor-Plänen ab"

24.08.2012

Stadt soll Steiner andere Standorte anbieten / Alternative Grünflächen-Gestaltung des Büskerplatzes sorgt ebenfalls für Diskussion

 

Gütersloh (hko). Städtebaulich unverträglich: So bewertet die Stadt Gütersloh in der aktuellen Sitzungsvorlage für den Planungsausschuss am nächsten Donnerstag die Pläne von Johannes Steiner für einen 28 Meter hohen City-Tower auf dem Büskerplatz. Über dieses klare Nein der Stadt sind die politischen Vertreter zum Teil irritiert.

 

„Wir sind von dieser ablehnenden Haltung überrascht“, sagt CDU-Fraktionschef Heiner Kollmeyer. „Vor der Sommerpause habe ich eine mehrheitlich positive Haltung wahrgenommen.“ Die CDU sei nach wie vor für eine Bebauung auf dem Büskerplatz, sagte Kollmeyer. Wenngleich nicht in der von Steiner gewünschten Höhe mit acht Geschossen plus Dachterrasse. Hierdurch würden die Nachbarn zu sehr beschattet. Zwei Etagen weniger sollten es schon sein. Zugleich begrüße Kollmeyer den Mut, dass jemand etwas bauen möchte. Steiner könne ja das Wellerdiek-Areal ins Auge fassen. Zudem sollte die Stadt Alternativ-Standorte anbieten. Nicht ausgereift sei aus Kollmeyers Sicht die Alternativplanung für die 230.000 Euro teure Gestaltung des Platzes als Grünfläche. Auch wenn 160.000 Euro vom Land kämen. „Gegebenenfalls werden wir das zurückstellen, da lassen wir uns nicht unter Druck setzen.“

 

Für Thomas Krümpelmann (SPD) ist die Sache klar. „Von uns kommt am Donnerstag ein klares Nein.“ Und da die Grünanlage bei den Haushaltsberatungen im Frühjahr bereits beschlossen worden sei, solle diese Alternative auch realisiert werden. Krümpelmann erneuerte seine Kritik an der geplanten Höhe. In der Umgebung seien vier bis fünf Etagen üblich. Und so klar, wie Steiner an den Plänen festhalte, sei eine Diskussion über eine geringere Höhe sehr spekulativ. „Es geht da nicht um zwei Etagen, sondern um eine Richtung, die man vorgibt“, sagte Krümpelmann.

 

Die Grünen können sich den Wohnturm „aus städtebaulicher und ökologischer Sicht nicht vorstellen“, erklärte Birgit Niemann-Hollatz. Er sei für diesen kleinen Platz viel zu groß. Zudem verweist sie auf die von Stadtmuseumsleiter Rolf Westheider angesprochene symbolträchtige Bedeutung. Nicht zuletzt gebe es in Gütersloh vor allem einen Bedarf an günstigen Mietwohnungen. Hier gelte es Schwerpunkte zu setzen.

 

Auch die BfGT ist gegen den achtgeschossigen Bau ab. Fraktionschef Norbert Morkes beantragt die Ablehnung dabei im kommenden Planungsausschuss. Aus seiner Sicht überwiegen für die Büskerplatz-Anwohner und für das Gesamtbild des Viertels die Nachteile. Die Stadt solle prüfen, ob an anderer exponierte Stelle in der Stadt – Städtisches Altenheim, Feuerwehrwache, Parkplatz Bismarck-Straße/Friedrich-Ebert-Straße – ein Bauvorhaben dieser Art umgesetzt werden könne.

 

Mehrheitlich gegen den Bau ist die UWG, wie der Fraktionsvorsitzende Peter Kalley mitteilte. Es sei unzumutbar, wenn etwa Bewohner der Mauerstraße vor eine fast 30 Meter hohe Glasfassade blicken müssten. Anwohner befürchteten eine schlechtere Wohnqualität. Aus Umweltschutzgründen sei auch das Fällen von sechs Bäumen fragwürdig. Unterschiedlich bewertet wurde der Tower nur aus städtebaulicher Sicht.

 

Wolfgang Büscher (FDP) versteht das Vorgehen der Verwaltung nicht. Zuerst befrage sie die Fraktionen nach deren Meinungen, dann gehe sie mit einer eigenen Stellungnahme massiv in die Öffentlichkeit. „Die FDP empfand es als eine spannende Sache“, sagt Büscher. Aber letztlich sehe ich es als eine Sommerloch-Geschichte.“