Die Glocke "City-Tower"

31.07.2012

Geteiltes Echo in der Politik: City-Tower ist CDU und SPD zu hoch

Von unserem Redaktionsmitglied Gerrit Dinkels

 

Gütersloh (gl). 28 Meter hoch, acht Geschosse, etwa elf Wohnungen mit einer Größe zwischen 170 und 340 Quadratmetern für eine wohlhabende Klientel: Das sind die Eckdaten für den vorige Woche vorgestellten City-Tower, den der Rechtsanwalt Johannes Steiner auf dem Büsker Eck an der Mauerstraße plant. Die Politik ist zwiegespalten.

 

Das Grundstück gehört der Stadt. Es ist als Grünfläche ausgewiesen, für den Neubau müsste der Bebauungsplan geändert werden. Insofern ist es auch eine politische Entscheidung, ob das Hochhaus an der Stelle in Gütersloh gewollt ist. „Die Glocke“ hat die Fraktionen befragt, und das haben die Sprecher gesagt:

 

Grundsätzlich befürworte die CDU eine Bebauung an der Stelle, sagte Fraktionschef Heiner Kollmeyer. Allerdings habe es auch kritische Stimmen gegeben. Fast alle Fraktionsmitglieder hätten Bedenken wegen der Höhe. Die CDU empfehle daher, „mit Rücksicht auf die überwiegend viergeschossige Bauweise in der unmittelbaren bewohnten Umgebung das Bauvorhaben um zwei Geschosse zu reduzieren“. Wenn der Bauherr sage, er benötige ein siebtes Geschoss, müsse man darüber reden. Bedenken wegen der Vermarktbarkeit äußerte Kollmeyer nicht. „Das ist sein Risiko, das haben wir nicht zu entscheiden“, so der Christdemokrat.

 

Der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dr. Thomas Krümpelmann, hat das Vorhaben seiner Fraktion vorgestellt. Der erste Eindruck sei Ablehnung, „und zwar ziemlich breit“, sagte Krümpelmann. „Das Gebäude ist in etwa doppelt so hoch wie die Nachbargebäude und fügt sich städtebaulich nicht ein“, sagte der Sozialdemokrat. Mit Ausnahme des Rathauses sei die Nachbarschaft drei- bis viergeschossig. Dabei solle man bleiben. Über das Hochhaus am Stohlmannplatz sei man heute auch nicht mehr glücklich. Damals habe der Architekt wohl auch ein Zeichen setzen wollen. Ob es für dieses hochpreisige Segment in Gütersloh überhaupt einen Markt gebe, sei das Risiko des Bauträgers. Auf der anderen Seite der Mauerstraße würde sich sicher der eine oder andere ärgern über das hohe Gebäude.

 

FDP-Fraktionschef Dr. Wolfgang Büscher sagte, „wir sehen das überwiegend positiv“. Wenn eine Privater das Geld in die Hand nehme und das wirtschaftliche Risiko trage, dann solle man ihm das auch ermöglichen. Büscher: „Ich finde das schick, dass jemand den Mut hat, so etwas Extravagantes zu bauen.“ Der Liberale räumte aber auch ein, er wollte an der Stelle nicht wohnen und würde schon gar nicht eine „sündhaft teure Wohnung ohne Balkon“ kaufen. Es werde sicherlich eine interessante Diskussion werden, so Büscher.