Die Glocke "Umleitung Brockhäger Straße"

22.06.2012

Ausweichstrecke für Lastwagen aus Halle: "Katastrophe für uns"

Umleitung über die B 61 bereitet der Stadt Sorgen

Von unserem Redaktionsmitglied Regina Bojak

 

Gütersloh (gl). Die Stickstoffdioxidbelastung in Halle soll reduziert werden. Die geplante Ausweichstrecken für Lastwagen, die diesen Schadstoff ausstoßen, bereitet der Gütersloher Stadtverwaltung und den Bürgern Kopfschmerzen. Die Umleitung nach Bielefeld soll nämlich über die Kreuzung Brockhäger Straße und B 61 führen.

 

Im Planungsausschuss berichtete Michael Zirbel, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung, wie die Bezirksregierung Detmold auf den Einspruch der Verwaltung reagiert hat. Zirbel hatte Anfang der Woche schriftlich erklärt, dass Gütersloh die Pläne so nicht akzeptieren werde.

 

In Halle muss nach den Vorgaben des Luftreinhalteplans die Stickstoffdioxidbelastung reduziert werden („Die Glocke“ berichtete). Deshalb soll die Fahrspur Richtung Bielefeld in der Haller Ortsdurchfahrt für Lastwagen gesperrt werden. Die Fahrer sollen über Brockhagen und die B 61 ausweichen. „Ich habe den Eindruck, dass unser Schreiben bei den Verantwortlichen schon Wirkung gezeigt hat“, erklärte Zirbel. Dr. Thomas Krümpelmann hatte gefragt, ob es sinnvoll sei, noch eine Resolution des Rats nach Detmold zu schicken. „Wir haben sehr deutlich gemacht, dass Gütersloh selbstverständlich bereit ist, bis zur Fertigstellung der A 33 einen Teil des Schwerverkehrs zu übernehmen, aber nicht unbegrenzt.“ Die Bezirksregierung in Detmold hat jetzt noch einmal ein Gespräch mit allen Beteiligten angeboten. Eine Möglichkeit, die Belastung der sowieso schon stark befahrenen Kreuzung Brockhäger Straße und B 61 zu reduzieren, wäre eine zweite Umleitungsstrecke aus Halle über die Münsterlandstraße Richtung Ummeln. „Das wäre eine gerechtere Lösung“, betonte Detlev Kahmen (CDU).

 

Die CDU-Fraktion hatte vor der Ausschusssitzung auch die Frage gestellt, wie viele der umgeleiteten Lastwagen Richtung Paderborn und Kassel unterwegs seien. Die CDU befürchtet, dass diese Transporter nicht auf der eingerichteten Umleitung bleiben, sondern über die Friedrich-Ebert-Straße und die Verler Straße zur A 2 fahren könnten.

„Katastrophe für uns“

 

„Rund 700 Fahrzeuge müssen mit der Sperrung nach Süden ausweichen“, erklärte Zirbel. Wie viele davon Richtung Kassel unterwegs seien, sei nicht zu benennen.

 

Nach Angaben der Bezirksregierung soll der Luftreinhalteplan noch in diesem Jahr, wahrscheinlich im Herbst, in Kraft treten. Eine Aussetzung sei nicht möglich, betonte Zirbel. Bis Ende 2014 soll die Ausweichstrecke über Gütersloh führen. Dr. Wolfgang Büscher (FDP) brachte die Einschätzung von Politik und Verwaltung auf den Punkt: „Für uns ist das eine Katastrophe.“