Neue Westfälische ''Vollversion für Hallenbad"

27.06.2012

Breite Mehrheit für Lösung mit Sprungturm

 

Gütersloh (raho). Die Schwimmsport treibenden Verein bekommen aller Voraussicht nach das, was sie von Anfang an wollten: Ein Hallenbad mit fünf Bahnen plus Lehrschwimmbecken, Sprungturm und tauchfähiger Wassertiefe. Mit breiter Mehrheit haben Sport- und Finanzausschuss gestern dem von den Stadtwerken (SWG) vorgeschlagenen Ersatzneubau für das marode alte Hallenbad am Nordbad zugestimmt.

 

Drei der vier stimmberechtigten Mitglieder der Grünen lehnten dies ab. Die UWG-Vertreter enthielten sich; sie wollen sich erst am Freitag festlegen. Dann entscheidet der Rat endgültig, ob die in den SWG-Aufsichtsrat entsandten Mitglieder für die Neubaukonzeption stimmen sollen.

 

Anschließend hängt es vom Votum des SWG-Aufsichtsrats ab, ob tatsächlich 6,7 Millionen Euro für das neue Bad ausgegeben werden. Bürgermeisterin Maria Unger, Vorsitzende des Gremiums, räumte gestern ein, sie könne überhaupt noch nicht sagen, wie sich der Mitgesellschafter Stadtwerke Bielefeld an der Stelle verhalte. Sie habe aber ein gutes Gefühl für die Sitzung am 5. Juli.

 

„Bauchschmerzen“ hatten dagegen nicht nur Volker Ebeling und die übrige FDP, sondern auch andere, die letztlich ebenfalls für die Großinvestition stimmten. Gerhard Feldhans (CDU) meinte, seine Fraktion sage letztlich nur deshalb Ja, weil die Vereine einen Beitrag zu dem „vereinsspezifischen Mehrwert“ leisteten.

 

Sie verpflichten sich, jährlich mindestens 16.000 Euro der durch den Sprungturm verursachten zusätzlichen Folgekosten zu übernehmen. Für diese Zusage bekamen sie von fast allen Fraktionen Lob.

 

Die Grünen hätten eigentlich eine Sanierung des alten Hallenbads befürwortet, so Birgit Niemann-Hollatz. Doch die Stadtwerke hätten jahrelang viel zu wenig für die Instandhaltung getan, so dass der Zustand dafür jetzt zu schlecht sei.

 

SPD-Fraktionschef Thomas Ostermann sprach von einer absolut notwendigen Ersatzinvestition und vertrat damit die gleiche Auffassung wie Stadtverbandsvorsitzender Rudolf Bolte (CDU). „Wir wollten nur Ersatz für die bisherige Sportstätte.“

 

CDU-Finanzexperte Thomas Foerster sagte, die Haushaltskonsolidierung könne kaum gelingen, wenn gewohnte Standards nicht reduziert würden. „Offenbar ist das politisch aber nicht zu vermitteln und in der Öffentlichkeit nicht durchsetzbar“, spielte er auf massive Proteste gegen die erwogenen Sparvarianten an.