Westfalen-Blatt ''Wellerdiek Kaiser-Center-Pläne wecken Skepsis''

18.11.2011

Das neue Einkaufszentrum auf dem Wellerdiek-Areal wird vorerst nur ein Modell bleiben. Die Mitglieder des Gütersloher Planungsausschusses nehmen die Pläne skeptisch zur Kenntnis. Foto: C. Borgmeier

 

Ausschuss kritisiert Seiteneingang, mangelnde Durchlässigkeit und fehlende Wohnungen

 

Gütersloh (rec). Es sind nicht die fehlenden Wohnungen allein, auch nicht der Seiteneingang an der Strengerstraße oder die fehlende Passage. Aber alles zusammen kann dazu führen, dass aus dem von Ten Brinke geplanten Einkaufszentrum auf dem Wellerdiek-Areal doch nichts wird.

 

Der Gütersloher Planungsausschuss nahm die von Projektentwickler Bruno Wojatschek (Ten Brinke) und Architekt Frank Focke (nps tschopan Hamburg) vorgestellten Pläne gestern Abend jedenfalls sehr zurückhaltend zur Kenntnis. In seinem Vortrag hob Wojatschek selbstbewusst die »großstädtische Architektur an einer prägnanten Stelle in Gütersloh« hervor, doch streifte die stets umstrittenen Themen nur am Rande. Umso stärker stürzten sich die Ausschuss-Mitglieder darauf.

Dr. Wolfgang Büscher (FDP) wies zuerst auf die fehlende Anbindung zum Kolbeplatz hin. Der Eingang sei von der Ecke Strengerstraße/Eickhoffstraße in die Strengerstraße verschoben und zu einem Seiteneingang geworden. Silva Schröder (CDU) legte nach: die mangelnde Durchlässigkeit des Centers, der fehlende Rundlauf, die in weiten Teilen blinde Fassade lasse das Kaiser-Center wie eine »Mausefalle« wirken. Die Gaststätte »Alex« wirke darin wie ein Fremdkörper. Andreas Müller (BfGT) bemerkt, dass der Komplex nur einen Eingang und sonst nur Rückseiten habe.

Den Verzicht auf Wohnungen wertete Norbert Bohlmann (UWG) als klaren Verstoß gegen die 2009 verabschiedeten Auflagen und verweigerte dem gesamten Entwurf deshalb die Zustimmung. Ohne soweit zu gehen, schlossen sich SPD, Grüne und FDP dieser Kritik an.

Vor allem die Kritik an der »Blindfassade« wiesen Wojatschek und Focke vehement zurück: »Die Fassade besteht aus Glas und Naturstein. Lebendiger und offener geht es nicht.« Standhaft blieb Wojatschek auch bei seinem Verzicht auf Wohnungen: »Über einem Einkaufscenter haben Wohnungen nichts zu suchen. Hier wird früh morgens angeliefert und bis in den späten Abend hinein gehandelt und gelebt. Für Wohnungen hat Gütersloh anderswo bessere Plätze.« Mit Rewe, Saturn, H&M, Bruno Kleine, Depot, New Yorker oder Zara gebe es zahlreiche Interessenten, die ins Kaiser-Center ziehen würden. Rundum gelobt wurde der Entwurf von Annette Kornblum (SPD). Verglichen mit dem Cinestar sei das Kaiser-Center eine