Westfalen-Blatt "Innenstadtsporthalle"

08.06.2011

So wird die neue Dreifach-Sporthalle vom Haupteingang von der Bismarckstraße aus aussehen. Grafik: Herzog & Kordtomeikel

 

Drei Ausschüsse stimmen für die Dreifachsporthalle

 

BfGT und UWG kritisieren Ausgaben für Architektenwettbewerb

 

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Der Architektenwettbewerb zum Bau der neuen Innenstadt-Sporthalle hat 100 Tribünensitzplätze gekostet. Das Resultat dieses Wettbewerbes spielt bei der Umsetzung ab Herbst keine Rolle mehr.

 

Auf Nachfrage von Norbert Bohlmann (UWG) und Christiane Ziegele (BfGT) teilte Stadtbaurat Josef E. Löhr den Mitgliedern des Bildungs-, Grundstücks- und Sportausschusses gestern mit, dass der Siegerentwurf eines Kasseler Ateliers den Kostenrahmen gesprengt hätte, ein bereits vereinbarter Umsetzungsvertrag deshalb aufgehoben worden sei. »Die BfGT hätte die 59 000 Euro, die dieser Wettbewerb gekostet hat, lieber in Tribünensitzplätze investiert«, stellte Ziegele dazu fest. Ferner wunderte sich Ziegele, dass nun ausgerechnet der Viertplatziertes dieses Wettbewerbes - das Gütersloher Architekturbüro Herzog & Kordtomeikel - zum Zuge komme.

Dieser Entwurf aber erntete fraktions- und ausschussübergreifend hohes Lob - die Bedürfnisse von Schulen und Sportvereinen seien bei knappen Ressourcen ideal aufeinander abgestimmt worden. In den Abstimmungen aller drei Ausschüsse registrierte der souveräne Moderator Matthias Trepper (SPD) nur eine einzige Gegenstimme. Siegfried Kornfeld (Grüne) fragte, warum die Ausschüsse so kritiklos einer um 600 000 Euro höheren Ausgabe zustimmen würden. Die 400 Sitz- und 150 Stehplätze umfassende Tribüne sei höchstens alle halbe Jahre mal voll ausgelastet und stehe ansonsten leer: »Und dafür geben wir zwei Drittel dessen aus, was uns der neue Theatersaal gekostet hat.«

Doch die von Kornfeld favorisierte Sporthalle ohne Tribüne hielt niemand im Ratssaal für sinnvoll. Dr. Wolfgang Büscher (FDP), unter anderem Sportlehrer am Städtischen Gymnasium, erinnerte an den Pendelverkehr, der derzeit zu anderen Sporthallen in der Stadt zu organisieren sei: »Seit 1998 gibt es kein Sport-Abitur mehr am Gymnasium und der offene Ganztagsunterricht gerät ohne neue Sporthalle auch in Gefahr.«

Insgesamt wird die neue Halle 3 884 000 Euro kosten. Bei 120 Sitzplätzen mehr hätte sie 3 934 000 Euro gekostet.