Westfalen-Blatt "Kongresszentrum statt Stadthalle"

20.09.2011

FDP-Ratsherr Florian Schulte-Fischediek: Kongresszentrum statt Stadthalle

FDP lehnt Sanierung ab - Neubau durch privaten Investor anstreben

 

Gütersloh (rec). Die Stadthalle Gütersloh ist abzureißen und durch ein modernes Kongress-Zentrum zu ersetzen. Die Gütersloher FDP-Ratsfraktion rät in der gegenwärtig günstigen Lage auf dem Immobilienmarkt zur Suche nach einem privaten Investor.

»Der Bau des Kongresszentrums im PPP-Verfahren dürfte im Augenblick gut zu realisieren sein«, stellte FDP-Ratsherr Florian Schulte-Fischediek in einem Pressegespräch fest. Über das frühzeitige Votum von Bürgermeisterin Maria Unger für einen Erhalt der Stadthalle könne sich Schulte-Fischediek nur wundern: »Warum legt sie ein Bekenntnis ab, wenn sie gleichzeitig mitteilt, das es überhaupt noch keine Vergleichsberechnungen zu den verschiedenen Optionen der Verwaltung gibt?« Die bei einem Rundgang offenbarten Baumängel der Stadthalle legten die Vermutung nahe, dass ein Neubau durchaus günstiger ausfallen könne als die Renovierung einer bereits abgeschriebenen Versammlungshalle.

Die FDP stellt den Bau eines neuen Kongresszentrums in einen Zusammenhang mit der Erschließung und dem aktiven Marketing eines neuen Gewerbegebietes auf dem Areal der britischen Garnison an der Marienfelder Straße. Schulte-Fischediek: »Die Unternehmen, die dort ansiedeln, werden Kunden und Nutzer des Kongresszentrums sein.« In dieser Hinsicht sei dem Zentrum eine ähnliche Magnetwirkung beizumessen wie dem Ausbau der U3-Betreuung in Gütersloher Kindergärten (die FDP strebt eine Quote von 40 Prozent an) oder dem Bau eines neuen, voll funktionsfähigen Hallenbades am Nordbad. Für utopisch hält Schulte-Fischediek diese Überlegungen nicht: »Reutlingen ist nach fünf Jahren Debatte zum selben Ergebnis gekommen.« 

Die Projekte seien über höhere Gewerbesteuereinnahmen und Konzentration auf Kernaufgaben zu finanzieren. Damit zielt die FDP vor allem auf einen Verkauf städtischer Immobilien. Das Stadtmarketing sei durch neue Aufgaben wie der Parkraumbewirtschaftung zu einem Standort-Marketing auszubauen.