Westfalen-Blatt "RWE-Aktien: Verkauf erst bei 41 Euro"

05.10.2011

Gütersloh (rec). Die Stadt Gütersloh wird ihre 83 580 RWE-Aktien behalten, bis ein Kurswert von 41,20 Euro erzielt werden kann. In diesem Augenblick wird Kämmerin Christine Lang niemanden mehr fragen müssen, sondern kann verkaufen.

 

Die Marke von 41,20 Euro entspricht dem Wert, zu dem die Aktien in der städischen Bilanz verbucht sind. Mit diesem Beschluss lehnte die Mehrheit des Finanzausschusses gestern unter anderem eine von Marco Mantovanelli (Grüne) geforderte Verlustgrenze von 25 Euro je Aktie ab. Gegen die Stimmen von BfGT und FDP lehnte der Ausschuss auch eine Prüfung des bisherigen Umgangs der Stadt mit ihrem Aktienbestand ab. 

Hans-Dieter Krause (FDP) hatte moniert, dass ein 2008 beschlossenes Entscheidungs-Gremium nicht einmal in jenem Augenblick zusammengetreten war, als der Kurs der RWE-Aktie nach dem Unglück von Fukushima und dem daraufhin beschlossenen Sofortausstieg aus der Atomenergie dramatisch eingebrochen war. Zu einem professionellen Umgang mit dem Aktienpaket zählt seiner Auffassung nach auch der intensive Kontakt zu Bankberatern, die über interne Kenntnisse zum RWE-Konzern verfügen. Norbert Morkes (BfGT) wies die Kritik Langs an einer öffentliche Debatte des Themas zurück: »Die RWE-Aktien waren Teil der Theater-Neubaufinanzierung. Nicht als Szenario, sondern vom Rat beschlossen.«