Neue Westfälische ''Marode Feuerwache kommt auf den Prüfstand''

24.05.2011

Politiker stimmen einer Untersuchung zu, bemängeln aber den späten Zeitpunkt ihrer Unterrichtung

 

Gütersloh (ost). Die zentrale Feuer- und Rettungswache an der Friedrich-Ebert-Straße wird auf ihren baulichen Zustand hin untersucht. Einstimmig verabschiedete der Umweltausschuss gestern Abend einen solchen Prüfauftrag. Neben der Sanierung wird auch ein Neubau geprüft. Mit Ergebnissen ist erst gegen Ende des Jahres zu rechnen.

 

„Klar ist, dass wir was machen müssen. Klar ist auch, dass das Geld kostet“, sagte Feuerwehrchef Hans-Joachim Koch. Wie berichtet, hatte die Stadtverwaltung eine umfassende Mängelliste präsentiert – von einem maroden Gebäude über veraltete bzw. fehlende Technik bis hin zu Verstößen gegen die Arbeitsstätten- und Unfallverhütungsvorschriften. Selbst von Mängeln beim Brandschutz war die Rede.

 

Politiker mehrerer Fraktionen äußerten sich gestern einigermaßen konsterniert über die Sitzungsvorlage. „Warum“, so fragte Florian Schulte-Fischedick (FDP), „kommt das erst jetzt auf den Tisch?“ Die Mängel hätten längst bekannt sein müssen. Er fühle sich ein wenig an die Paul-Thöne-Halle erinnert, über deren maroden Zustand so lange geschwiegen worden sei, bis ein neues Theater habe gebaut werden müssen.

 

Auch Dr. Thomas Krümpelmann (SPD) wunderte sich. Vor zwei, drei Jahren habe die Stadt mit einer neuen Garage noch eine größere Investition an der Feuerwache getätigt; hätte der Ausschuss schon damals gewusst, wie es insgesamt um die bauliche Situation bestellt sei, wäre auf diese Ausgabe womöglich verzichtet worden. Norbert Bohlmann (UWG) schlug in die selbe Kerbe: „Diese Vorlage kommt zwei, drei Jahre zu spät.“ Hans-Dieter Hucke (CDU) sagte, aus früheren Äußerungen von Stadtbaurat Josef E. Löhr sei längst nicht eine solche Dramatik herauszuhören gewesen. Das finde er widersprüchlich.

 

Fachdezernentin Christine Lang warnte indes davor, etwas in die Vorlage „hineinzugeheimnissen“. Es handele sich um einen „stinknormalen Vorgang“. Es seien im Laufe der Jahre einige Mängel zusammengekommen, die nicht mehr mit normaler Bauunterhaltung zu bewältigen seien und die man nun in einer Liste zusammengefasst habe. Sie könne die Aufregung nicht verstehen.

 

Feuerwehrchef Koch sagte, Priorität habe in den vergangenen Jahren die Gerätehäuser der freiwilligen Löschzüge gehabt. Das sei klar vereinbart gewesen. Erst nun sei die zentrale Feuerwache an der Reihe. Die letzte Großinvestiton sei nicht zwei, drei Jahre her, sondern neun. Konkrete Pläne, die Feuerwache an anderer Stelle, etwa an der Verler Straße zu bauen, gebe es nicht, versicherten Lang und Koch.