Westfalen-Blatt "Rat stimmt für Berufsfeuerwehr"

21.05.2011

Schwere Vorwürfe gegen Stadtbrandmeister und Dezernentin - geheime Abstimmung 

 

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Die Stadt Gütersloh bekommt eine Berufsfeuerwehr. In geheimer Abstimmung votierten gestern Abend 34 Ratsmitglieder für diesen von der Stadt favorisierten Vorschlag, 22 dagegen. Ein Ratsmitglied enthielt sich.

 

In einer langen, emotional geführten Debatte warf CDU-Fraktionschef Heiner Kollmeyer Umweltdezernentin Christine Lang und Stadtbrandmeister Hans-Joachim Koch ein miserables Krisenmanagement vor. Beide hätten die Vorwürfe und Beschimpfungen im virtuellen Bürgerhaushalt viel zu lange toleriert. Der Stadtbrandmeister habe die Aufgabe, dauerhaft für einen Ausgleich von haupt- und ehrenamtlichen Kräften zu sorgen: »Herr Koch, Sie müssen zusammenführen, nicht spalten.« Frühzeitige Vorschläge der CDU, ein Mediationsverfahren durchzuführen, seien im Keim erstickt worden.

Christine Lang räumte ein, dass de Diskussionsprozess nicht gut gelaufen sei, wies die Vorwürfe Kollmeyers jedoch zurück: »Es ist auch Ihnen nicht gelungen, die Debatte zu versachlichen.« Mit ihrem Mediations-Vorschlag vor einem Jahr habe die CDU einen beginnenden Annäherungsprozess unter den Löschgruppen konterkariert. Für Thomas Ostermann (SPD) stellten die einseitigen Schuldzuweisungen Kollmeyers den Versuch dar, die eigene Fraktion in dieser Frage zusammenzuhalten. Norbert Morkes (BfGT) erinnerte an den gemeinsam gefassten Beschluss, wonach die Abstimmung der Feuerwehr (170 zu 75) als »Urabstimmung« zu begreifen war. Florian Schulte-Fischedick (FDP) warnte vor den Kosten, die der Austritt ehrenamtlicher Feuerwehrleute hervorrufe.