Die Glocke "Politik mehrheitlich für Berufsfeuerwehr"

11.05.2011

Gütersloh (din) - Die Entscheidung über die Umwandlung der Hauptamtlichen Wache in eine Berufsfeuerwehr fällt am 20. Mai im Rat. In einer Sondersitzung des Umweltausschusses am Dienstagabend zeichnete sich dafür eine Mehrheit ab. Allein die FDP sprach sich strikt gegen eine Berufsfeuerwehr aus. 

Die CDU hat in der Fraktionssitzung am Mittwoch noch Beratungsbedarf. „Wir können nicht abstimmen, bevor wir in der Fraktion darüber gesprochen haben“, sagte CDU-Ratsherr Hans-Dieter Hucke. 

 

Schon vor der Sitzung hatte Fraktionschef Heiner Kollmeyer in einer Stellungnahme das Abstimmungsergebnis der Feuerwehr relativiert: „Dass es eine Mehrheit für die Berufsfeuerwehr gibt, war schon vorher bekannt. Wenn man darüber hinaus bedenkt, dass bei der Abstimmung alle hauptamtlichen Feuerwehrleute mit großer Wahrscheinlichkeit für die Berufsfeuerwehr gestimmt haben, dann relativiert sich das Wahlergebnis erheblich.“ 

 

Die Spexarder CDU-Ratsfrau Ingrid Hollenhorst forderte Feuerwehrchef Hans-Joachim Koch auf, auch auf die 30 Prozent zuzugehen, die gegen die Berufsfeuerwehr gestimmt hätten, „damit der Brand gelöscht wird. Befindlichkeiten spielen eine große Rolle.“

 

„Die Abstimmung hat erfreulicherweise ein klares Ergebnis gebracht“, sagte hingegen SPD-Ratsherr Dr. Thomas Krümpelmann. Mit zusätzlichen Kosten müsse nicht gerechnet werden. Vielmehr seien geringere Versicherungsbeiträge für die Stadt und das Gewerbe zu erwarten. Krümpelmann: „Wir brauchen nach dieser Diskussion wieder eine Feuerwehr, die zusammenarbeitet und sich ihren Zielen widmet.“ 

 

Für eine Berufsfeuerwehr sprachen sich auch Jens Hesse (Grüne), Andrea Westmark (BfGT) sowie Dr. Uwe Artschwager-Perl (UWG) aus. Rudolf Schiedel sagte auf Nachfrage der „Glocke“, die Linke respektiere das Abstimmungsergebnis und werde ebenfalls für die Berufsfeuerwehr stimmen. 

 

Anders die FDP: „Das System funktioniert, die Schutzziele werden erreicht, es gibt keinen Grund für eine Berufsfeuerwehr“, sagte Ratsherr Florian Schulte-Fischedick. Er warnte vor einem Motivationsverlust bei den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten und in der Folge vor Austritten. Außerdem stellte er die Einsparung bei Versicherungsbeiträgen infrage. 

 

Die Erste Beigeordnete Christine Lang bestätigte, dass bei der Unfallkasse NRW über die Beitragsmodalitäten nachgedacht werde.

 

An der feuerwehrinternen Abstimmung hatten 246 von 307 Kameraden teilgenommen, darunter bis zu 86 Angehörige der Hauptamtlichen Wache. 170 sprachen sich für die Umwandlung aus (69,1 Prozent), 75 dagegen (30,5 Prozent) und einer enthielt sich.