Neue Westfälische "Ausbau-Pläne der TWE"

17.09.2010

Planungsausschuss diskutiert Ausbau-Pläne der TWE

Auf den Anschluss kommt es an

VON HOLGER KOSBAB

 

Gütersloh. Der erste Zug könnte 2016 fahren. Darüber entschieden werden muss heute. Wollen und können wir als Kommune die Betriebs- und Investitionskosten stemmen? Damit deutete Silvia Schröder (CDU) einen Rest Skepsis an im Blick auf die mögliche Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) der Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) zwischen Verl und Harsewinkel (die NW berichtete mehrfach). Grundsätzlich haben aber alle Fraktionen ein Interesse am Wiederausbau der Verbindung mit Gütersloh als Mittelpunkt.

 

Die Vorstellung des Projekts gestern im Planungsausschuss, so der Vorsitzende Heiner Kollmeyer (CDU), sollte als Basis dienen für eine Beschlussvorlage für die übernächste Sitzung am 7. Oktober. Drei Tage später entscheidet der Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe (VVOWL), ob er den TWE-Plan ins Rennen um eine Realisierung schickt oder die Strecke Lemgo–Barntrup. Nur eins sei machbar, so Ludger Siemer vom VVOWL.

 

3,1 Millionen Euro würde der Betrieb der Strecke per annum kosten für eine Vertragszeit von 20 Jahren. 1,1 Millionen Euro sollen durch Fahrpreiserlös eingenommen werden, so Siemer. Eine Million Euro werde vom VVOWL bezuschusst. Bliebe eine Million für die beteiligten Kommunen, nach jetzigem Stand könnten es für Gütersloh 300.000 Euro sein. Die Investitionskosten für die Infrastruktur – vor allem Bahnübergänge – betragen zwölf Millionen Euro.

 

Wolfgang Büscher (FDP) hielt die werktags kalkulierten 3.500 Fahrgäste für eine „Mondzahl“ und fragte: „Was passiert, wenn wir diese nicht erreichen?“ „Mindereinnahmen sind unser Bier, genau wie Mehreinnahmen“, so Siemer, die Zahlen seien jedoch eher niedrig angesetzt.

 

Birgit Niemann-Hollatz von den Grünen gehe von realistischen Zahlen aus, der VVOWL trage schließlich ein hohes Risiko. Sie begrüßt das Projekt „ohne Einschränkung“. Eine von ihr und Thomas Krümpelmann (SPD) angefragte mögliche Anbindung an die Nordwestbahn in Hövelhof sei „nicht ganz schnell möglich“ so Siemer. Zudem entständen hohe Mehrkosten. Tassilo Hardung (BfGT) verwies auf eine ähnliche Diskussion vor zehn Jahren. Die Situation habe sich geändert, meinte Siemer, mit täglich 6.000 Fahrgästen im Haller Willem habe zunächst auch niemand gerechnet.

 

Ein Problem sieht Schröder (CDU) darin, dass die Züge im TWE-Bahnhof endeten – und nicht im Hauptbahnhof. Möglich wäre wohl eine Anbindung über das Postgleis, sagte Henrik Wilkening (Leiter Infrastruktur TWE). Bei den Haltepunkten seien Änderungen möglich, ihre Anzahl – in Gütersloh sind fünf geplant – sei aber begrenzt. Der SPNV, so Wilkening, sei wichtig für den Erhalt der Infrastruktur der TWE, die unter der „geringen Auslastung“ leide.