Neue Westfälische "Theaterumfeld"

18.09.2010

Ausschuss empört über neue Verzögerungen, „Das ist nicht mehr zu erklären“

 

Gütersloh (raho). Äußerst gereizt haben weite Teile des Planungsausschusses auf die Mehrkosten und neuen Bauverzögerungen beim Theaterumfeld reagiert. So stimmte lediglich eine knappe Mehrheit von CDU und UWG am Donnerstag für den Beschlussvorschlag der Verwaltung, 120.000 Euro außerplanmäßig bereit zu stellen.

 

Einen „peinlich langsamen Baufortschritt“ bemängelte FDP-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Büscher. Es habe fast den Eindruck, als würden die Arbeiter die Pflastersteine erst einzeln mit Schleifchen versehen, ehe sie eingebaut werden.

 

Auch Ingrid Schrader (SPD) äußerte sich „entsetzt darüber, wie lange das alles dauert“. Beim Tag der offenen Tür im Theater vor einer Woche sei sie ständig auf das fehlende Pflaster angesprochen worden (vgl. „Noch reichlich Schotter, NW vom 9. September). „Das kann man niemandem mehr verständlich machen.“

 

Die Verwaltung gab sich dennoch Mühe: Stadtbaurat Josef E. Löhr und Tiefbauamtschef Alfons Buske wiesen erneut auf die „Kompliziertheit“ der gebundenen Bauweise hin, bei der die Quader aufwendig in Mörtel gelegt werden. Ein schnellere Verfahren scheide aus, denn weite Teile des Platzes müssten auch Belastungen von Schwertransportern standhalten. Der Baufirma sei daher überhaupt kein Vorwurf zu machen.

 

Laut Buske sind die Verzögerungen vielmehr deshalb entstanden, weil das Unternehmen zunächst von einem freien Arbeitsfeld ausgegangen war. Wegen der verzögerten Putzarbeiten an der Fassade aufgrund des strengen Frostes im vorigen Winter und den Gerüsten sei das aber nicht der Fall gewesen.

 

Norbert Bohlmann (UWG) ließ den Winter als Begründung nicht gelten. „Laut Zeitplan sollte das Theater schon Ende 2009 fertig.“ Da könne das Wetter also nicht die Ursache für die später eingetretenen Verzögerungen gewesen sein. „Irgend jemand anderes hat dafür die Verantwortung zu tragen.“

 

Sicher ist, dass später die Termine auch deshalb durcheinander gerieten, weil die erste Putzfirma die Arbeit nicht wieder aufnahm und erst Ersatz gefunden werden musste. Dann solle sich die Stadt einen Teil der Mehrkosten bei ersten Firma nach dem Verursacherprinzip wieder zurückholen, so Manfred Reese (Linke). „Wir bemühen uns“, sagte der Stadtbaurat. Aber er glaube nicht, dass da noch etwas zu holen sei.