Neue Westfälische "Porta-Pläne vorerst ohne Abstriche"

18.06.2010

Ausschuss setzt nur Fragezeichen beim Gartencenter

 

Gütersloh (raho). Trotz der klaren Ansage der Gutachter zur Reduzierung der Verkaufsfläche gehen die Porta-Pläne jetzt ohne Abstriche ins offizielle Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans. Das hat der Planungsausschuss gestern nach ausführlicher Debatte einstimmig entschieden.

 

Allerdings sind in den kommenden Monaten Veränderungen durchaus möglich. In welchem Umfang, hängt von den Einwendungen ab und davon, wie die Stadt letztlich damit umgeht. Neben der BfGT setzte auch die SPD schon mal ein Fragezeichen, „das einzige“, wie ihr Sprecher Thomas Krümpelmann betonte, hinter die Pläne für den Bau eines großen Gartencenters direkt neben dem neuen Einrichtungshaus. Am Ende des jetzt eingeleiteten Prozesses müsse sorgfältig abgewogen werden. Für die CDU erklärte Silva Schröder, „auch wir nehmen die Sorgen der ansässigen Gartenbetriebe ernst.“

 

Zuvor hatte der Ausschuss den BfGT-Antrag bei Enthaltungen von SPD und Linken abgelehnt, anstelle des Gartencenters den Bau eines neuen Bauhofs und eines neuen Feuerwehrgerätehauses zu prüfen. Angesichts der prekären Haushaltslage sollten niemandem Flöhe ins Ohr gesetzt werden“, betonte FDP-Fraktionschef Wolfgang Büscher.

 

Für die Beobachter überraschend, spielte die Verträglichkeitsstudie des Dortmunder Büros Junker und Kruse in der Diskussion kaum eine Rolle. Wie berichtet, hatten die Experten empfohlen, die Verkaufsfläche bei Porta von 35.000 auf knapp 29.000 qm zu reduzieren. Zudem hatten sie keinen Bedarf für einen weiteren großen Gartencenter erkannt.

 

Der eigens angereiste Stadtforscher Stefan Kruse äußerte sich jedoch nicht enttäuscht, dass Verwaltung und Politik den Forderungen des Gutachtens – zumindest vorerst – nicht nachkamen. „Sofern man es gut begründen kann, lässt sich davon abweichen“. Dies sei auch nicht unüblich, sagte Kruse.

 

Zu Beginn der Debatte bahnte sich Streit zwischen Teilen der Politik und der Verwaltung an. Sowohl Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) als auch Norbert Bohlmann (UWG) monierte, die Verwaltung hätte die Fraktionen im Vorfeld besser informieren müssen. Er sei „stinksauer“, so Bohlmann, dass die 500 Seiten starken Unterlagen erst vor zehn Tage zur Verfügung gestellt worden seien.

 

Die Misstöne legten sich aber im Laufe der Diskussion und schlugen in höchstes Lob von allen Seiten für die Verwaltung um, insbesondere für den Leiter der internen Arbeitsgruppe, Planungsamtschef Michael Zirbel. Es sei bewundernswert, mit welcher Schnelligkeit die Verwaltung den Entwurf des neuen Bebauungsplans erstellt habe, so Silva Schröder. Und da musste auch Bohlmann zustimmen: „Hut ab für diese Leistung“.