Westfalen-Blatt "Parkgebühren am Städt. Gymnasium"

21.05.2010

Der Protest der Studienräte: Lehrer am Städtischen Gymnasium lehnen Parkgebühren ab

 

Gütersloh (rec). Lehrer am Städtischen Gymnasium wollen keine Parkgebühren zahlen. Da sie die mitten in der Innenstadt liegenden Stellplätze ausschließlich aus beruflichen Gründen nutzen, protestieren 55 Lehrkräfte mit einer Unterschriftenliste gegen deren geplante Bewirtschaftung.

Dem Planungsausschuss wurde noch eine weitere Überraschung mitgeteilt. So haben nach Auskunft von Stadtbaurat Josef E. Löhr 290 städtische Mitarbeiter ihr Privat- als Dienstfahrzeug angemeldet. Sobald sie damit Dienstfahrten unternehmen, können sie der Stadt 30 Cent je Kilometer in Rechnung stellen. Darüber hinaus werden 130 von ihnen kostenlose Stellplätze in der Tiefgarage am Bahnhof und hinterm Rathaus zur Verfügung gestellt. Tiefbauamtsleiter Alfons Buske kündigte eine »kritische Überprüfung« dieser Zahl bis zur Ratssitzung Ende Mai an.

BfGT und SPD vermochten sich nicht mit ihrem Antrag durchzusetzen, den Marktplatz gebührenfrei zu belassen. Norbert Morkes (BfGT) und Dr. Thomas Krümpelmann (SPD) verwiesen vergeblich auf Unrentabilität und Nachteile, die ihrer Ansicht nach durch die Bewirtschaftung entstehen. Der von ihnen kritisierte Parkdruck in kostenfreien Nebenstraßen wurde auch von der FDP moniert.

Dagegen erinnerten Wibke Brems (Grüne) und Raphael Tigges (CDU) an das Einnahmeziel, das mit den Parkgebühren verbunden ist. Brems regte an, das in Bethel praktizierte Mobilitätsmodell auch für Gütersloh zu prüfen. Danach wird die finanzielle Belastung eines Mitarbeiters mit Parkgebühren von der Entfernung abhängig gemacht, die er zum Arbeitsplatz zurücklegen muss.